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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Jesus aus Nazaret.

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Angaben. Aus Jesu Jugendzeit ist auch nicht eine einzige zuverlässigeNachricht bekannt, nur eine trübe Quelle will wissen, er habe bereitsim zwölften Jahre bei einem Besuche seiner Eltern im Tempel mitden Lehrern der Nation tiefe Unterredungen gepflogen, worüber alleerstaunt gewesen seien ^).

Das Maß seiner Kenntnisse läßt sich nur aus dem Bildnngs-zustande seines engeren Vaterlandes Galiläa einigermaßen ermitteln.Die Galiläer, von der Hauptstadt und dem Tempel entfernt und nochdazu damals durch das Zwischenland Samaria am öfteren Tempel-besuche verhindert, standen in Kenntnissen und Gesetzeskunde weit hinterJudäa zurück 2). Der lebendige Austausch der religiösen Gedankenund der Gesetzesdiskussionen, welche für die Tempelbesucher Lehre undSchrift zum Gemeingut machten, fehlte in Galiläa. Das Land,welches später die großen Hochschulen Uscha, Sepphoris undTiberias besitzen und die letzten Blüten der Gesetzesentwickelung inPalästina treiben sollte, war vor der Tempelzerstörnng arm an kennt-nispflegenden Anstalten. Aber dafür waren die Galiläer streng undzähe in Gebräuchen und Sitten, sie ließen sich nicht ein Titelchen weg-klügeln; auch das, was in Judäa für erlaubt galt, gestatteten sich dieGaliläer nicht. Die galiläische Sittenstrenge erlaubte nicht dem Ver-lobten Paar vertrauliches Zusammensein und andere Freiheiten, welchein Judäa ohne Anstoß geschehen durften^). Hier galt es für gestattet,am Vormittag des Rüsttages des Passah-Festes zu arbeiten, die Galiläerdagegen feierten ihn schon von des Morgens an^). Sie waren alsjähzornig und rechthaberisch verrufen^). Von der heidnischen Nachbar-schaft der Syrer Hütten die Galiläer allerhand Aberglauben ange-nommen. Es gab in Galiläa so viele Besessene, von bösen GeisternGeplagte, weil die galiläische Beschränktheit die Krankheitsformen demEinfluß der Dämonen zuschrieb. Wegen der Nachbarschaft mit Syrienwar auch der galiläische Dialekt verdorben und mit aramäischenElementen vermischt. Die Galiläer vermochten das Hebräische nichtrein auszusprechen, verwechselten und verwischten die Kehllaute so sehr,daß sie sich öfter den Spott der Judäer zuzogen, welche viel auf einekorrekte Aussprache hielten. Man erkannte den Galiläer am erstenWorte, das er sprach, und ließ daher Galiläer nicht gern zum Vor-

*) Nur im Lukas-Evangelium 2, 4250. Auch Josephus will der ArtErstaunliches geleistet haben, vita 2.

2) 8. dieclarim 18 b.

3) Iletubbor 12 a; losetla Xstubdob I, 4.

4) U. Lesaebim IV, 5.

°) Xeäarim 48 a.