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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Johannes der Täufer.

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der Scholle (^,in ba-^.rsr) waren viel zu stumpfsinnig, um dem Rufezur Besserung zu folgen.

Johannes' Aufruf war auch viel zu harmlos und ging zu wenigüber den Kreis gewohnter Vorstellungen hinaus, als daß er Anstoß beider herrschenden Partei der Pharisäer hätte erregen können. DieJünger, die sich ihm näher angeschlossen und die Lebensweise desMeisters fortgeführt haben, beobachteten das Gesetz in aller Strengeund fügten sich sogar den äußerlichen Fastengeboten *). Wenn diePharisäer, d. h. in der damaligen Zeit die Hilleliten und Scham-mai'ten, auch nicht sehr von der essäischen Schwärmerei und Über-treibung eingenommen waren, so befanden sie sich doch mit den Morgen-täufern in keinem Gegensätze. Schwerlich wird also der Täufer mitden Trägern der Religion angebunden haben, um sieOtterngezücht"zu nennen,welches dem Zorn des jüngsten Gerichtes nicht entgehenwerde" ^). Von dieser Seite her hatte Johannes wohl kein Hindernisfür seine Wirksamkeit; aber die Herodianer waren argwöhnisch gegeneinen Mann, der soviel Volkszudrang halte und der durch Schlag-wörter, welche die Herzen aufs tiefste berührten, die Menge zu jederUnternehmung hätte Hinreißen können. Herodes Antipas, in dessenGebiet Johannes sich aufgehalten, soll seine Trabanten abgesandt haben,ihn gefangen zu nehmen und in Haft zu bringen^). Ob er längereZeit im Kerker geblieben und noch erlebte, wie einer seiner Jüngerals Messias gehalten worden, wie man sich später erzählte^), dasalles ist wegen der Unzuverlässigkeit der Quellen zweifelhaft. Gewißist es aber, daß ihn Antipas enthaupten ließ. Ein ausschmückenderZusatz, der den Tod des Täufers noch tragischer und interessanter zumachen den Zweck hat, berichtet, daß ihn Antipas gegen seinen Willendem Tode geweiht und nur seiner Gemahlin Herodias aus Schwächenachgegeben habe, welche den strengen Tadler ihrer gesetzlosen Ehe mitdem Schwager gehaßt. Herodias habe nämlich ihre Tochter überredet,wenn der Vater an seinem Geburtstage ihr einen Wunsch werde er-füllen wollen, sich das Haupt des Johannes auszubitten, das Mädchen

*) Matthäus 9, 14; 11, 18 und Parallelstellen.

°) Das. 3, 712. Dieser ganze Passus fehlt im Markus-Evangelium,d. h. in der Grundschrist des Matthäus (wovon weiter unten). Die Schimpf-namenOtterngezücht, Schlangenbrut" für die Pharisäer sind in den Evangelienstehende Formeln geworden (Matthäus 12, 34; 23, 33). Sie stammen sicher-lich aus den ersten Reibungen zwischen Judäern und Judenchristen in derBar-Kochbaischen Zeit und sind auch Johannes dem Täufer in den Mund ge-legt worden.

2) Mätthäus 4, 12 und Parallelstellen.

Das. 11, 212 und Parallclstellen.