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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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261
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Die heiligen Schriften dritter Klasse. 261

sich einer umständlichen Reinigung unterzogen habe. Wenn diese Maß-regel, welche zunächst gegen die Ahroniden gerichtet war, die Auswande-rung auch vermindert hat, völlig verhindert hat sie sie keineswegs. Klein-asien, wo es vermögende und angesehene Glaubensgenossen in nichtgeringer Zahl gab, die infolge der günstigen Dekrete des Augustusunbehelligt waren (o. S. 228), übte eine besondere Anziehungskraft aus.Die kleinasiatische Auswanderung führte indessen religiöse Verwickelungenherbei. Ehemänner verließen ihre Frauen in Palästina, oder diese mochtennicht mit auswandern und konnten nach dem Gesetze nicht dazu ge-zwungen werden Z. Es erfolgten darauf Ehescheidungen; aber die Ge-setze über die Ausfertigung des Scheidebriefes waren bereits so sehrmit skrupulöser Umständlichkeit erschwert, daß ein in Kleinasien aus-gestellter Bedenken bezüglich seiner religiös-gesetzlichen Gültigkeit erregte.Die gesetzgebende Behörde in Jerusalem bestimmte daher, daß der Bote,der einen Scheidebrief für eine Ehefrau ans Kleinasien überbrachte, vorZeugen versichern müsse, daß das Schriftstück gesetzmäßig ausgestellt seiest

Durch den Übereifer der Schammalten und die Nachgiebigkeit derHilleliten erhielt das Judentum ein ganz anderes Gepräge, eine finstereGestalt; es wurde eine Religion, welche die Weltflucht lehrte und empfahl.Es wurde nicht mehr gefragt, was nach Moses Fünfbuch (der Thora)erlaubt oder verboten sei, sondern lediglich, was dasHaus Scham-mals" oder dasHans Hillels" lehre.

Diese peinliche Religiosität veranlaßte ein für die Zukunft ersprieß-liches Werk, das diese Richtung überwinden helfen sollte. Es gabnämlich in dieser Zeit bereits neben dem hochverehrten Fünfbuch Mosesund den nahestehenden neunzehn prophetischen Schriften, aus welchenin den Bethäusern vorgelesen zu werden pflegte, noch eine Reihe vonSchriften erbaulichen Inhalts, die, weil sie nicht von Propheten stammten,nicht zur öffentlichen Vorlesung verwendet und daher nicht als einSchrifttum höherer Art angesehen wurden. Das waren die Psalmen,seit dem Altertum bis zur Makkabäerzeit gedichtet, von denen eine Aus-wahl von den Levitenchören täglich und bei verschiedenen Anlässen imTempel bald in freudigen, bald in traurigen Weisen gesungen wurde.Es war das unter dem Namen des Königs Salomo angelegte Spruch-buch mit weisen Ermahnungen und Warnungen. Ferner das sinnigeBuch Hiob, in welchem das Rätsel des Menschenlebens zuerst iu eiuer

1) Lsiubbod XIII, I I.

2 ) Die Bestimmung rmra 2.1:2 222 icm'v g'ir 22 ( 6 ittiu I, I)

ist ursprünglich lediglich für am rm-m, d. h. das Ausland, welches am Meereliegt, das westliche Kleinasien, eingeführt worden. Der Grund dafür ist ohneKlügelei im .lerrmeb. das. gegeben: ^2,2,222 (222 nr222) pmp: