Die Zeloten.
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nach und übertraf dieselbe noch, wie denn überhaupt die Milde natur-gemäß einer Steigerung nicht fähig ist, die Strenge dagegen bis zumÜbermaß angewendet werden kann. Als wenn den Religionsvorschriftengar nicht genügt und die Grenzen des religiös Verbotenen nicht weitgenug ausgedehnt werden könnten, verfuhren die Schammalten bei derGesetzesausleguug so erschwerend, daß diejenigen ihrer Entscheidungen,die einen erleichternden Charakter haben, als merkwürdige Ausnahmenanfgezählt werden *). So dürfe nach ihrer Ansicht keine Arbeit vordem Sabbat begonnen oder übergeben werden, die am Sabbat auchohne Hinzutun eines Judäers vollendet werde ^). Man dürfe am Sabbatweder Geldsummen zu wohltätigen Zwecken aussetzen, noch Unterhand-lungen über Verlöbnisse oder Unterricht der Kinder pflegen, noch Krankebesuchen, noch Leidtragende trösten^). In den Bestimmungen über levi-tische Reinheit von Personen, Gefäßen und Kleidern hatten die Scham-matten Übertreibungen, welche sie den Essäern näher brachten Ü- Ebensoerschwerend waren sie in betreff der Ehegesetze. Scheidungen ließen dieSchammalten nur in Fällen unzüchtigen Betragens von seiten der Frauzu^). Eine kaum faßbare Peinlichkeit machten sie für die Beobachtungder religiösen Gesetze zur allgemeinen Regel. Die Empfehlung dergroßen Versammlung, einen Zaun um das Gesetz zu ziehen, daß es nichtübertreten werde (L II b, S. 184), überboten sie im Übereifer undmachten Gesetze um Gesetze und verboten das Gestattete, weil im aller-äußersten Falle ein Gesetz verletzt werden könnte. Dabei waren sieselbst von Gewissensbissen gequält, ob sie nicht unwissentlich sich hättenetwas zu Schulden kommen lassen. Ein Jünger Schammals aus eineradeligen Familie, Baba den Buta, brachte täglich ein Schuldopfer, umeine vielleicht unbedacht begangene Übertretung des Gesetzes zu sühnen 0).Die Schule Schammals hat das pharisäische Prinzip auf die Spitze ge-trieben und setzte ihre Beschlüsse meistens, da ihr Anhang im Syuhe-drion zahlreich war, gegen die maßhaltende Ansicht der Hilleliten durch.Bei den Debatten benahmen sich die Schammalten rücksichtslos, un-gestüm, oft verletzend selbst dem greisen Hillel gegenüber, und stets un-beugsam, während ihre Gegner gelassen und bescheiden auftraten undsich nachgiebig zeigten^). Von den Hilleliten wird öfter erzählt, daßsie sich für überwunden erklärten, von den Schammalten dagegen niemals;sie beharrten stets auf ihrer Ansicht. Einzig und allein der milden
*) Zllujot e. 4 — 3. 2 ) Zg,VI)Lt 17 V, fg. losskta Labbat I, 20.
3) 8abbat 12. Loaskta das. XVI, 22.
4) Labbat 13 ff. und an vielen Stellen im Talmud. Markus-Evangelium
7, 2—4. b) OWtin IX, 10. °) Lsritot VI, 3.
?) llom-lob. 20 a. bb'nbin 13 b.
Ersetz. Geschichte der Juden. III.
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