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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Archelaus als Ethnarch anerkannt.

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Krieg führte er nur gegen den Häuptling Athronges, der sich nach demTode seiner vier Brüder noch lange zu behaupten gewußt hatte; abernicht einmal diesen an Mannschaft bereits erschöpften Abenteurer ver-, mochte Archelaus zu besiegen, sondern mußte sich die Bedingungen ge-fallen lassen, an die Athronges seine Unterwerfung knüpfte. DieEmpfindlichkeit der Frommen verletzte er durch seine Heirat mit seinerSchwägerin Glaphyra, der Witwe seines Hingerichteten Bruders Alexander.Diese kappadozische Königstochter ^ hatte ihrem unglücklichen Gattenzwei Söhne geboren, von denen später der jüngere Ti graues undder Sohn des älteren gleichen Namens zu Königen von Groß- undKleinarmenien eingesetzt wurden. Ungerührt von dem traurigen Schicksaleihres Gatten hatte sie sich nach dessen Tode mit dem numidischen. KönigeJuba, dem bekannten Schriftsteller, verheiratet und von diesem ge-schieden, ging sie eine Ehe mit Archelaus, dem Bruder ihres erstenMannes, ein, die nach jüdischem Gesetze verpönt ist. Um diese Ehezu brandmarken, erzählte die Sage, Alexander sei ihr vor ihrem Todeim Traume erschienen, habe ihr ihre Untreue vorgeworfen und ihr ver-kündet, sie werde bald wieder mit ihm verbunden werden. Sonst istaus Archelaus' Leben wenig bekannt; er wurde von Judäern undSamaritanern des tyrannischen Verfahrens angeklagt, von Angustuszur Verantwortung gezogen, entthront und ins Exil nach Gallienunter die Völkerschaft der Allobroger nach der Stadt Vienna verbannt(6 nachchr. Zeit^). Archelans' Vergehen braucht darum nicht so arggewesen zu sein und das seines Vaters übertroffen zu haben; es brauchtnur in Angustus' Absicht gelegen zu haben, das zweideutige VerhältnisJudäas als eines Vasallenstaates mit dem einfachen einer römischenProvinz zu vertauschen, um zum Scheine den Beschwerden der AnklägerGehör zu geben, ihn zu entsetzen und die Landesteile Judäa und Samariazum römischen Reichskörper zu schlagen. Die Fürstentümer des HerodesAntip as und des Philipp blieben jedoch in ihrem früheren Ver-hältnisse. Nur die Städte, welche Salome gehörten, gingen in dasPrivateigentum des Angustus über, weil sie Salome bei ihrem Ableben(um 10 nachchr. Z.) der Kaiserin Livia geschenkt hatte

Judäa war also, nachdem es seit hundertundfünfzig Jahren untereigenen Fürsten eine wirkliche oder scheinbare Unabhängigkeit behauptethatte, vollständig unter römische Botmäßigkeit gebracht und mit derStatthalterschaft von Syrien vereinigt, in welchem Verhältnis es mitAbzug von wenigen Jahren bis zum letzten Aufstande verblieb. Der

1) Josephus Altert. 13, 4; XVIII, 5, 4.

2) Josephus Altert. XVII, 13, 24; jüd. Krieg II, 7, 34.

3) Josephus Altert, das. XVIII, 2, 2.