Die Juden in Kleinasien.
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Sardes. Aber so hartnäckig waren besonders die Epheser gegen ihrejndäischen Mitbewohner, daß sie sich selbst daran nicht kehrten, unddie Judäer einige Jahre später genötigt waren, sich persönlich darüberbei dem Prokonsnl Julius Antonius (dem Sohne des TrinmvirsAntonius) zu beklagen. Auch dieser erließ nun einen Befehl an dieEpheser mit strengem Ernste*); ob er einen wirksameren Erfolg hatte?
Auch in der Provinz Kyrenaika in Afrika, wo die Judäer seitder Zeit der ersten Ptolemäer angesiedelt waren, hatten sie sich indieser Zeit über Unbilden von Seiten der Griechen zn beklagen. Siebildeten i» dieser Landschaft einen ansehnlichen Teil der Bevölkerungund hatten ihre eigene bürgerliche Verfassung. Zn Sullas Zeit hattensie einen Ausstand gemacht 2), ohne daß man weiß, unter welchenUmständen und zu welchem Zwecke. Der römische Feldherr Lucnlluswurde dorthin gesandt, um die Ruhe wiederherzustellen. In derHauptstadt Berenike standen sie unter einem stammesgenössischenOberhanpte, Archonten genannt. Als die Römer Besitz von diesemGebiete genommen hatten, ließen sie den Judäern selbstverständlichihre politische Gleichstellung und ihre Gerechtsame. Auch hier wurdenihnen diese plötzlich von den Griechen streitig gemacht, und wiederumwaren es die gesammelten Tcmpelspenden für Jerusalem, welche dieBürgerschaft nicht absenden lassen wollte. Trotzdem Angustus' Rund-schreiben, daß die Judäer ungestört nach ihren Religionsgesetzen lebendurften, auch dahin gesandt worden war, vergriffen sich die Einwohnerdennoch an den für das Heiligtum bestimmten Geldern. Als aberjudäische Gesandte sich zu Agrippa begaben und Beschwerde darüberführten, verbot er diese Übergriffe und befahl, die den Judäern ent-zogenen Gelder zurückzuerstatten ^). War es eine Folge dieser vonAugnstns und Agrippa anerkannten Religionsfreiheit der Judäer, daßder Statthalter von Kyrenaika Marcus Tittius sich so außer-ordentlich wohlwollend gegen sie zeigte? Die jndäischen Archontenvon Berenike haben nämlich wegen seines gütigen Verhaltens gegendie Gemeinde und gegen jeden einzelnen beschlossen, ihm eine Oliven-krone zu weihen und seinen Namen bei allen Zusammenkünften amSabbat und Neumond preisend zu nennen. Eine mit der kurzenInschrift dieses Beschlusses versehene Säule von Parischem Marmorhaben sie ans einem ausgezeichneten Platz im Amphitheater aufgestellt*).
i) Das. 6, 3 Z 6 an Sardes adressiert, Philo IsAutio uä Oujuin 40 UunZ-sz-II 592 an Ephesus gleichlautend.
") Das. XIV, 7, 2. -) Das. XIV, 6 5.
Eorpns Insoriptionnm Orasoarnrn III, Xo. 536t. Nach Böckhs Be-rechnung soll die Inschrift aus dem Jahre 13 vor Ehr. Zeit stammen. Allein