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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Den zweiten Rang als Stellverlreter nahm neben Hillel derEssäer Menahem ein, gewiß auf Herodes' ausdrücklichen Wunsch;denn dieser war ihm in einem hohen Grade gewogen. Den Grundseiner Zuneigung zu diesem Essäer erzählte man sich später folgender-maßen. Menahem habe Herodes im Kindesalter vermöge des denEssäern zugeschriebenen Blickes in die Zukunft nachdrücklich prophezeit,er werde einst König von Jerusalem werden und eine glanzvolle Re-gierung führen, aber gegen Frömmigkeit und Gerechtigkeit fehlen. Wasdem Knaben fabelhaft erschienen, dessen hätte sich der Mann erinnert,als er die Krone trug. Er habe sofort den Seher zu sich gerufen,ihn gnädig angeredet und ihn nach der Dauer seiner Regierung ge-fragt. Da aber Menahem ein hartnäckiges Schweigen beobachtete,habe Herodes die Zahl der Jahre fragweise genannt, ob er zehn,zwanzig, dreißig Jahre regieren werde, und da jener durch keinen Zugdieselbe verneinte, habe es Herodes als eine gute Vorbedeutung hin-genommen, daß er mindestens dreißig Jahre regieren Werdens. In-dessen scheint sich Menahem in seinem Amte nicht behaglich gefühltzu haben; er schied aus, nach einigen, um in den Hofdienst zu treten,und ihm seien viele Gesetzeslehrer nachgefolgt, die sich Herodes ange-schlossen hätten und dafür belohnt worden seien. Nach andern, Wohlrichtiger, habe er sich in die Einsamkeit (der Essäer) zurückgezogen^).Sein Nachfolge! wurde Schammal^), der das Gegenstück und dochdie notwendige Ergänzung zu Hillel bildete. Von SchammalsLebensgeschichte ist fast nichts bekannt; er war sicherlich ein Palästi-nenser und daher an allen politischen und religiösen Verwickelungenseines Geburtslandes aufs innigste beteiligt. Seine religiösen An-schauungen waren streng bis zur Peinlichkeit. So wollte er seinennoch im Kindesalter stehenden Sohn dem Fastengesetze am Versöhnungs-tage unterwerfen, und seine Freunde mußten ihn zwingen, die Gesund-heit des Kindes zu schonen^). Als seine Schwiegertochter einst amHüttenfeste mit einem Knaben niedergekommen war, brach der Pein-lichfromme die Decke über dem Zimmer der Wöchnerin durch, umdaraus eine Festhütte zu machen, damit auch sein neugeborener Enkelder religiösen Vorschrift genügen könne ^). Doch war Schammai keines-wegs von so finsterer, menschenfeindlicher Gemütsart, wie ihn dieSpäteren lediglich aus einem Rückschlüsse von seiner zelotischen düsteren

V) 6baKiKa II, .2. 2 ) Joseph us Altert. XV, 10, 5.

b) Isrns. ObaZlAa II, 77 ä; Labil 16 b.

>) Obag'ig'a das. Vergl. Note 16.

b) losslta loma IV, 2; vergl. Labil loma 82 a.

°) 8ueea II, 8.