Herodes Untaten.
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Vorkommen. Er wollte Hyrkan dem Parthischen Einflüsse entziehen,ihn lieber in seiner Nähe sehen, nm seine Schritte besser überwachenzu können. Mit der ihm eigenen Verstellung ließ Herodes daher durchseinen Freund Saramalla, den angesehensten der syrischen Judäer,vermittels Geschenke den Parthischen König gewinnen, Hyrkan zu ent-lassen, und diesen einladen, nach Jerusalem znrückzukehrcn, Thron undMacht mit ihm zu teileu und den Dank zu empfangen, den er ihmwegen so vieler Wohltaten schulde. Vergebens mahnten die baby-lonischen Judäer den leichtgläubigen Hyrkan ab, sich nicht zum zweitenMale in den Strudel der Politischen Weltbegebenheiten zu stürzen; ereilte seinem Verhängnis entgegen. In Jerusalem augekommen (36),nahm ihn Herodes aufs freundlichste auf, nannte ihn Vater, gab ihmden Ehrensitz bei der Tafel und in den Ratsversammlungen ^), unddiese Zuvorkommenheit täuschte den schwachen Mann so sehr, daß erden lauernden Blick nicht merkte, mit welchem ihn der Jdumäer be-obachtete.
Hyrkan war also entwaffnet und unschädlich, er war in einemgoldenen Käfig. Gefährlicher schien Herodes dessen Enkel, der sechzehn-jährige Aristobul, der wegen seiner Abkunft, seiner Jugend undseiner Bewunderung erregenden Gestalt alle Herzen für sich einnahm.Herodes hatte ihm zwar allen Einfluß zu entziehen geglaubt, indemer ihm die ihm gebührende Hohepriesterwürde vorenthalten, obwohler sein Schwager war, und damit einen Fremden belohnt hatte; aberdieses Mittel verfehlte seine Wirkung. Seine Schwiegermutter Alexandra,in Jntriguen ebenso gewandt wie Herodes, hatte Antonius für ihrenSohn einzunehmcn gewußt. Sie hatte die Bildnisse ihrer beidenKinder, der Mariamne und des Aristobul, der schönsten ihres Volkes,dem Antonius znstellen lassen, überzeugt, daß man auf diesen ver-weichlichten Helden durch Sinnenreiz am besten einwirken könne.Dellius, Antonius' treuer Anhänger und Vermittler, machte auch hier-bei den Vermittler; er gedachte durch die wundervolle Schönheit dieserbeiden Hasmonäer-Enkel seinen Freund aus Kleopatras Liebesbandenzu reißen. Antonius, von den Bildern betroffen, verlangte den Jüng-ling zu sehen, und Herodes konnte nicht umhin, nm ihn aus desMachthabers Nähe fern zu halten, ihn zum Hohenpriester zu ernennen(Anfangs 35). Natürlich wurde Ananel gegen Gesetz und Herkommenseiner Würde enthoben. Diese Erhebung ihres Sohnes genügte aberder ehrgeizigen Alexandra noch nicht. Sie sann heimlich darauf, ihmauch die Krone, welche ihre Väter getragen, znznwenden. Sie hatte
Josephns Altert. XV, 2, 1—4.