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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Herodes Untaten

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Herodes blenden *). Das Vermögen aller Verurteilten und Bestraftenließ er für seinen Schatz einziehen ^); er hatte von den Römern, seinenLehrmeistern, die Vorteile der Proskriptionen und Güterkonfiskationengründlich erlernt. Mit den täglich sich anhänfenden Schätzen konnteer Antonius' Gunst, der für sein schwelgerisches Leben und die Be-friedigung von Kleopatras Habgier nie zuviel Geld hatte, stets lebendigerhalten. Alle diese Gewalttätigkeiten ertrug das Volk; es war derAufstände und Kriege müde, die mit geringen Unterbrechungen drei-nnddreißig Jahre, seit dem Tode der Königin Salome, die Lebens-verhältnisse erschüttert und den Wohlstand heruntergebracht hatten.Man sehnte sich nach Ruhe und war froh, wenigstens von einem Königbeherrscht zu werden, der sich äußerlich doch zum Jndentnme bekannteund die Sitte der Väter, wie man hoffte, unangetastet lassen würde.Nicht wenige waren auch von Herodes' alle Schwierigkeiten besiegenderGewandtheit und Tatkraft zur Bewunderung hingerissen und ihm auf-richtig zugetan, und er verfehlte nicht, diese für ihre Anhänglichkeitreich zu belohnen. Im ganzen aber hatte er wenig Vertrauen zu denEinheimischen; er fühlte, daß ihre Unzufriedenheit mit der Art, wieer zur Herrschaft gelangt war, und wie er sie behauptete, nicht ganzzu entwurzeln war; er gab daher bei der Besetzung von Ehrenstellenausländischen Judäern den Vorzug.

Zum Hohenpriester ernannte er, mit Übergehung des hasmonäischenHauses, einen gewissen Ananel, zwar von ühronidischem Geschlechte,aber weder von hasmonäischer noch von einer andern angesehenenpriesterlichen Familie. Um aber die Empfindlichkeit der Nation nichtzu reizen, die im Punkte der Religion, namentlich des Tempels undder hohenpriesterlichen Würde, sehr rege war, gab er ihn für einenBabyloniers ans, weil man in Palästina den babylonischen Judäerngern den Vorzug eines höheren Geschlechtsadels einräumte, in derVoraussetzung, daß sie sich niemals durch Mischehen befleckt haben.Ob es mit der babylonischen Abkunft dieses Ananel seine Richtigkeithatte, ist zweifelhaft; eine glaubwürdigere Quelle läßt diesen Hohen-priester aus Ägypten abstammen ^). Herodes gab auch sein eigenesGeschlecht für ein altjndäisches ans, das ans Babylonien eingewandertsei, und wollte dadurch den Schandfleck verwischen, daß er von denzum Judentum gewaltsam bekehrten Jdnmäern abstammte. Wenn esauch die Einheimische» nicht glaubten, die ein gutes Gedächtnis fürseine wahre Abkunft hatten, gelang es ihm doch, Auswärtige und Heiden

fl Unbn-Lnti'g. 4 a svgl. LI. Lsritbot VI, 3s.

fl Josephus Altert. XV, I, 2.

fl Das. 2, 4. fl karg, 3, 5: ^221