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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Juda ben Tabbai.

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in Alexandrien weilenden Juda ben Tabbai, dessen Wissen undCharakter ihm so bedeutend erschienen, daß er ihm den Vorrang zuüberlassen gesonnen war. Ein schmeichelhaftes Sendschreiben ergingan Juda ben Tabbai, ihn zur Rückkehr einznladcn; die Fassung deseigentümlichen Sendschreibens-war so gehalten, als wenn Jerusalemdie Gemeinde von Alexandrien beschwöre, ihr den exilierten Gattenwiederzngeben.Von mir Jerusalem, der heiligen Stadt, an dich,Alexandrien; mein Ehegemahl weilt bei dir und ich bin verlassen" Z.Vermutlich hatte die alexandrinische Gemeinde diesem berühmten palä-stinischen Gesetzeslehrer ein wichtiges Amt anoertraut. Inda ben Tabbaisäumte nicht, der Einladung nachzukommen, und übernahm mit Simonben Schetach gemeinschaftlich, den Ratskörper zu reorganisieren, dieRechtspflege zu verbessern, das erschütterte Ansehen der Religionsgesetzewieder herzustellen, das Unterrichtswesen zu erweitern und überhauptsolche Anordnungen zu treffen, die dem Zeitbedürfnisse entsprachen.Diese beiden Männer, deren Gesinnungsadel aus ihrer Wirksamkeithell hervorleuchtet, haben gleich Esra und Nehemia die Wiedergeburtdes gesetzesstrengen Judentums befördert, und wenn sie, gleich diesen,oft zu Gewaltmaßregeln griffen und ein hartes Verfahren eintretenließen, so ist dieses nicht ihrer persönlichen Leidenschaftlichkeit, sonderndem Ernste der Zeitlage entsprungen. Ebenso unnachsichtig strengewaren sie gegen sich selbst und die Ihrigen, wo es galt, das Ansehendes Gesetzes zu heben. Mit Juda ben Tabbai und Simon benSchetach beginnt die Herrschaft des gesetzlichen Judentums im Phari-säischen Sinne, das von Geschlecht zu Geschlecht immer mehr bereichertund erweitert wurde. Sie werden daher die Wiederhersteller desGesetzes genannt, welcheder Krone (des Gesetzes) ihren alten Glanzwiedergegeben haben" 2).

Ihre Tätigkeit begann mit der Säuberung des Ratskörpers. Diesadduzäischen Mitglieder, welche infolge des Zerwürfnisses zwischenAlexander und den Pharisäern zum zweiten Male die Sitze innehatten, wurden ihrer Stellen entsetzt, das Strafgesetzbuch, das sie alsErgänzung der biblischen Strafgesetze eingeführt hatten, wurde aufgehobenund dafür wurden wieder die durch Überlieferung überkommenenNormen zur Geltung gebracht. Das Volk hatte sich über diese Ver-änderung nicht zu beklagen, da die sadduzäischen Strafgesetze, so nament-lich dasAug' um Aug'" wegen ihrer Härte verhaßt waren. Dervierzehnte Tammus (Juli um 78) wurde als Siegestag zur Halbfeiererhoben, und auch sämtliche Tage, an welchen die sadduzäischen Normen

Z Vergl. Note 13.

2) Liäänsebin 66 a, s. Note 13.