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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

bisher in den Händen der Griechen oder Syrer gewesen waren. Sofortwurden die heidnischen Einwohner aus den neuerworbenen Städtenausgewiesen. Die Tage der Wiederbesetzung von Betsan und der Ebene(Lastauto) von Jndäern (15. und 16. Siwan, Juni um 110) gehörtenfortan zu der Zahl der Siegestage ^). Die Einwohner von Samaria,von auswärtiger Hilfe nun verlassen und zu ohnmächtig zu weiteremWiderstande, kapitulierten und überließen nach einem Jahr der Be-lagerung die Stadt den Siegern. Sei es aus Rachegefühl oder Vor-sicht, Hyrkan ließ Samaria bis auf den letzten Stein zerstören undmit Wassergräben und Kanälen durchziehen, um nicht eine Spur vonder ehemals blühenden Stadt übrig zu lassen; man nannte Samariaseitdem in judäischen Kreisen die Grabenstadt (Ir Usbrsokta); derTag der Einnahme (25. Marcheschwan, November um 110) wurdeein neuer Gedenktags). So hatte Hyrkan die weitgehenden Pläne derHasmonäer verwirklicht und ihrem Werke die Krone aufgesetzt. Judäawar in seiner Selbständigkeit gesichert und zur Höhe der Nachbar-staaten emporgebracht. Die Feinde, die es von allen Seiten bedrohthatten, Syrer, Jdumäer, Samaritaner, waren größtenteils besiegt unddas Land von den Schranken befreit, welche seine Entwickelung ge-hemmt hatten. Die glücklichen Zeiten des judäischen Volkes unterDavid und Salomo schienen wiedergekehrt, fremde Stämme mußtendem judäischen Herrscher huldigen. Der alte Haß zwischen den Bruder-stämmen Judäas und Jdumäas war getilgt, Jakob und Esan warenwieder Zwillingsbrüder geworden. Moabitis, die Tochter des Arnon,mußte wieder zum Berge der Tochter Zions Geschenke senden. DieJordanufer, die Meeresküste, die Karawanenstraßen, die von Ägyptennach Syrien und Kleinasien führten, waren ganz in der Gewalt Judäas.Auch seinen Feind Ptolemäus Lathuros sah es gedemütigt. Dieser,welcher in Zerwürfnis mit seiner Mutter-Mitregentin lebte, wurde ihrzuletzt so unerträglich, weil er Freunde und Anhänger ihrer Eltern,Phibometors und Kleopatras worunter ohne Zweifel auch Judäeraus dem Wege räumte, daß sie das Volk gegen ihn aufstachelte und

ihn aus Alexandrien vertrieb (108). Als er zu Schiff nach Cypern

sloh, sandte Kleopatra ihm ein Heer nach, um ihn unschädlich zu

1 Josephus Altert. XIII, 10, 3 und Note 1, IV, 12.

2) Note 1, IV, 11. Die Zeit ist durch den Umstand bestimmbar, daß La-

thuros damals noch nicht mit seiner Mutter zerfallen und aus Alexandrienverdrängt war (Jos. das.). Seine Flucht nach Cypern fand nach Porphyrius'Angabe statt 108. Folglich fallen die Belagerung und Einnahme Samarias 1 Jahr zwischen 111 und 108. Dieses Faktum hat keinen Zusammen-hang mit der Besiegung der Lhuthäer (o. S. 71). Samaria gehörte nicht diesen,sondern griechischen Einwohnern.