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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Das Ansehen, welches diese Verdolmetschung in den Augen derJudäer und allmählich auch der Heiden erlangte, forderte gewissermaßendazu heraus, ihr eine höhere Weihe und unbestreitbare Autorität zugeben, vielleicht gerade deswegen, weil man sie in Judäa geringschätzteoder gar verdammte. Es bildeten sich Sagen über die Zeit und dieArt ihrer Entstehung aus, die im Verlaufe immer mehr auwuchsen undsehr lange für geschichtliche Wahrheit gehalten wurden. Vor allemließ sichs die Sage angelegen sein, die Übersetzung älter zu machenals sie war, und sie in jene Zeit zu versetzen, wo noch innerhalb desJudentums keine Spaltung herrschte; ferner bemühte sie sich, sie durchAutoritäten von Judäa sanktioniereu und endlich ein Wunder dabeiMitwirken zu lassen, damit sie durch ein göttliches Zeichen bestätigterscheine und einen geheiligten Charakter an sich trage. Man erzähltesich, schon der zweite Ptolemäer, der König Philadelphos, begierig,so viele Schriften als möglich in seine Büchersammlung aufzunehmen,sei von dem Aufseher derselben, Demetrios Phalereus, auf dieBücher Moses' aufmerksam gemacht worden, daß sie würdig seien,einen Platz in der königlichen Büchersammlnng einzunehmen; nurmüßten sie ins Griechische übersetzt werden. Darauf habe der Königzwei Gesandte, Aristeas und Andreas, an den damaligen Hohen-priester Eleasar mit reichen Geschenken abgeordnet, ihn um würdigeMänner zu bitten, die zugleich des Hebräischen und Griechischen kundigseien. Um sich den Judäern gefällig zu zeigen, habe er auf seineKosten sämtlichen judäischen Sklaven in Ägypten, welche sein Vater,der erste Ptolemäer, als Gefangene dahin geschleppt haben soll, dieFreiheit geben lassen. Der Hohepriester Eleasar, gerührt durch dieBeweise der königlichen Huld, habe zwei und siebenzig der kundigstenMänner und zwar aus allen zwölf Stämmen ausgewählt, je sechsaus einem Stamme, und sic nach Alexandrien geschickt. Vom Königeauf das huldvollste empfangen, hätten diese zwei und siebenzig Männerin zwei und siebenzig Tagen die Übersetzung der Thora vollendet undsie dem Könige und allen anwesenden Judäern vorgelesen. Der Könighabe darauf ein Exemplar in seine Büchersammlung ausgenommen, undDemetrios Phalereus habe einen Fluch über diejenigen aussprechen lassen,welche etwas daran, sei es vermindernd oder erweiternd, verändernwürden'). Von dieser Sage, die bis vor noch nicht langer Zeitallgemein für eine geschichtliche Tatsache gehalten wurde, hat die Über-setzung den Name»der Zwei und Siebenzig" oder kurzwegderSiebenzig" lLsptunAinta) erhalten. Diese Sage erhielt später, ungewiß

Aristcasbrief vgl. Note 2, II.