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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Judentums sei als die griechische Philosophie. Es schmeichelte ihnen,sagen zu können:Seht da, Moses ist größer denn Pythagoras undPlato." Nicht wenig mag der Umstand die freudige Stimmung erhöhthaben, daß die Übersetzung durch eifrige Teilnahme des judenfrennd-lichen Königs zustande gekommen war, indem dadurch ein Weg zurAnerkennung des Judentums unter den Griechen angebahnt schien.Kein Wunder also, wenn der Tag, an welchem die Übersetzung demKönige überreicht wurde, von den ägyptischen Judäeru festlich begangenund die alljährliche Wiederkehr desselben gefeiert wurde. Sie pflegtenan diesem Tage nach der Insel Pharos zu wallfahrten, daselbst zuerstFreuden- und Dankgebete anznstimmen und dann in Zelten oder unterfreiem Himmel, je nach ihrem Stande, mit ihren Angehörigen einFreudenmahl zu halten. Daraus wurde später ein allgemeines Volksfest,woran sich sogar die heidnischen Alexandriner beteiligt haben sollen *).

Einen ganz anderen Eindruck mußte die Übersetzung der Thorains Griechische auf die Frommen in Judäa Hervorbringen. War ihnenschon das griechische Wesen wegen der vielen Leiden, die es über dieNation und die Heiligtümer gebracht hatte, verhaßt, so mußte mandort der Sorge Raum geben, daß der richtige Sinn der judäischenLehre durch die Übertragung in die griechische Sprache entstellt undverkannt werden würde. Nur die hebräische Sprache, in welcher sichGott auf Sinai geoffenbart, schien ein würdiges Gefäß für den gött-lichen Inhalt der Thora; in eine fremde Form gegossen, dünkte denFrommen das Judentum sich selbst entfremdet und eutgöttlicht. Darumbetrachteten diese in Judäa den Tag der Übersetzung, der den ägyptischenJudäern ein Freudentag war, als einen nationalen Unglückstag, gleichjenem, an welchem das goldene Kalb in der Wüste dem Volke alsGott hingestellt worden war; ja man soll sogar denselben (achten Tebet),an welchem die Übersetzung vollendet war, als einen Fasttag eingesetzthaben. Eine solche entgegengesetzte Beurteilung hat dieses Ereigniserfahren. Überblickt man die Folgen, welche aus der griechischenÜbersetzung hervorgingen, so waren allerdings beide Gefühle, die Freudeder Alexandriner und die Trauer der Palästinenser, so ziemlich gerecht-fertigt. Durch das griechische Gewand wurde das Judentum allerdingsden Griechen, den Trägern der Weltbildung, zugänglich und verständlich;sie lernten es allmählich kennen; und wie sehr sie sich auch gegen dessenAufnahme sträubten, ehe ein halbes Jahrtausend abgelaufeu war, warder Inhalt des Judentums den herrschenden Völkern geläufig. Diegriechische Übersetzung war der erste Apostel, den das Judentum andie Heidenwelt ausgesandt hat, um sie von ihrer Verkehrtheit undi) Bergt, dieselbe Note.