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Geschichte der Juden.
heiligen Tiere zu entweihen, bis der entflohene König Amenophismit Hilfe der Äthiopier sie besiegt und nach Syrien zurückgeworfenhätte i). Das sei der Ursprung der Jndäer gewesen, teils niedrigegefangene Hirten, teils Aussätzige. Ihr Gesetzgeber Mose sei ursprünglichein ägyptischer Priester gewesen, der, seinem Ursprung untreu geworden,gegen Tempel, Priester und Götter gewütet und das ihm untergebeneVolk gelehrt habe, diese zu verachten. Ehe die Jndäer an eine solcheerlogene, gehässige Schilderung ihrer Vergangenheit gewöhnt waren,mußten sie sich dadurch tief gekränkt gefühlt und gewünscht haben, siewiderlegt zu sehen. Widerlegt konnte sie aber lediglich durch Kenntnis-nahme von ihrem Schrifttum, von dem Fünfbnch der Thora, werden,welches in schlichter eindringlicher Weise von dem Einzug, Aufenthaltin Ägypten und Auszug ihrer Vorfahren erzählt. Den bei Hofe ver-kehrenden Jndäern mußte eben so viel daran liegen, daß der ihnenwohlwollende König Philometor das von der einen Seite so geschmähteund von der andern so hochverehrte „Gesetzbuch" in griechischer Ver-dolmetschung kennen lernen möchte, um die Überzeugung von derVortrefflichkeit desselben und dem untadelhaften Ursprung des Volkeszu gewinnen.
War die Einwanderung Onias' IV. und vieler Jndäer nach Ägyptenunter Philometor für die Stellung der ägyptischen Jndäer ein hoch-wichtiges Ereignis, so wurde sie durch die daraus entstandene Über-setzung von weltgeschichtlicher Tragweite für die Entwickelung nndVerbreitung des Judentums. Näheres über die Art nnd Weise, wie
U üosspbns contra .4pionem I, 14—IS; 26—27. Wann diese Schmäh-schrift verfaßt wurde, läßt sich nicht bestimmen. Selbst wenn der unter Ptole-mäus I. und II. lebende Manetho Verfasser der ägyptischen Dynastienfolgegewesen sein soll, so ist es nicht wahrscheinlich, daß auch die nur bei Josephuserhaltenen Fragmente über die Hyksos und die Aussätzigen von ihm herrühren.Denn Manethos Aufzählung der Dynastien enthält nur Namen
und Zahlen, während diese Fragmenle eine detaillierte Geschichte geben. Daßunter Manethos Namen Pseudepigraphien zirkuliert haben, geben sämtlicheForscher zu, besonders das Sendschreiben an Philadelphus (in-aro-.^ . . np»?/7-roIk^ator) und das Sothos-Buch (A.4/.0? ^l,>0vnx) gelten entschieden als pseuv-epigraphisch. Ohnehin bestehen Widersprüche bezüglich der Könige und ihrerRegierungszeit in den Fragmenten mit den Angaben in den 4 sZ-z-ptiaca,welche die Ägyptologen schwer auszugleichcn vermögen. Aus allem diesenscheint zu folgen, daß die Fragmente von einem griechischen Judenfeinde her-rühren, sAuch Boeckh, Carl Müller und Kellner halten die Erzählungenfür einen späteren Einschub, doch scheinen die von Schürer III399 f. für die Echt-heit geltend gemachten Gründe ausschlaggebend zu sein. So auch lllln Lsiuacü,Icxtes ä'autsnrs Z'rscs ct rowaius relatils an fncla'isme, S. 29, N. I.s der sieunter Manethos Namen verbreitete, vielleicht erst in der Zeit des AntiochosEpiphanes, als die Judäer Gegenstand der Antipathie und Schmähung wurden