Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
380
Einzelbild herunterladen
 

380

Geschichte der Juden.

Und das Haus Esau zur Stoppel,

Sie werden es anzündeu und vernichten.

Es wird kein Rest vom Hause Esau bleiben.

Sie werden den Süden, den Berg Esau's, erbenUnd die Schephela, (das Land) der Philister.

Sie werden (wieder) einnehmen das Gefilde Ephraim'sUnd das Gefilde Samaria's,

Und Benjamin das Gilead-Land.

Die Ausgewanderten dieser SchaarVon den Söhnen Israels,

Welche im Lande der Phönicier sind bis Sarepta,

Und die Ausgewanderten Jerusalems,

Welche in Arwad (?) sind,

Sie werden die Städte des Südens einnehmen.

Es werden Retter hinaufziehen zum Berge Zion,

Um den Berg Esau's zu richten

Und die Herrschaft wird dem Herrn gehören"').

Ein anderer Prophet aus dieser Zeit, der irgendwo im Exile sprach,entwarf ein schauerliches Bild der Verwüstung, welche über Edomkommen werde 2). Wegen des lieblosen Benehmens Edom's gegen dieJudäer zur Zeit ihres grausigen Unglücks wuchs die Gehässigkeitgegen dasselbe in's Maßlose und hat noch lange nachgewirkt.

Obwohl die Judäer überall auf Lieblosigkeit stießen, und ihr Landzum Theil von ihren Feinden eingenommen war, wiegten sich die inAegypten lebenden Ausgewanderten noch in der Hoffnung, daß sie baldin die Heimat zurückkehren und sie wieder bevölkern würden. KriegerischeVorgänge haben diese Hoffnung in ihnen genährt. Der ägyptischeKönig Hophra hatte sich nämlich zu einem neuen Kriege aufgerafft.Nebukadnezar hatte sich nach dreizehnjähriger Belagerung der InselTyrns, ein Jahr nach der Zerstörung Jerusalems, zu einem Friedenmit den Tyriern entschlossen, welchen diese ans Ermattung und inFolge großer Verluste annahmen, so hart er auch für sie war. Erließ das lyrische Gemeinwesen mit der Schifffahrt und dem ausge-breiteten Handel fortbestehen; es mußte aber seine Oberhoheit aner-kennen und ihm die Flotte nötigenfalls zur Verfügung stellen. DenKönig Jthobal von Tyrus führte er indessen gefangen nach Babylonienund setzte dafür einen andern ein^). Während Nebukadnezar nachdieser Seite seine Herrschaft gesichert glaubte, unternahm Hophra einengewaltigen Kriegszug gegen Cypern, wahrscheinlich unterstützt von einer

') Obadja 1, 10 fg. S. Note 3.

2) Jesaia Kap. 3435.

°) Josephus nach einem phönicischen Historiker (kontra Lpiousm I, 2. Vgl.Movers, Phönicier II, 450, welcher aus den verschiedenen Berichten diesesFaktum richtig gezogen hat. fVgl. Mer)er a. a. O. I, S. 598f.