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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

und in der Nähe gelassen werden, weil dort von den vielen nnbegrabenenLeichen die Luft verpestet war. Unter den Gefesselten befand sich auchder Prophet Jeremia; er war im Hofe Mattara im königlichen Palasteangetroffen worden und galt den chaldäischen Söldnern, die ihn zumGefangenen gemacht hatten, als einer der Palastdiener. Wahrscheinlichtheilte auch sein Jünger Baruch sein Geschick. Zum Aufseher überdie Gefangenen und Flüchtlinge hatten die Feldherren einen Judäervon edlem Geschlechts eingesetzt, Gedalja, Sohn Achikams, aus derFamilie Schaphan, welche wahrscheinlich vom Anfänge der Belagerungan Nebukadnezar's Parteigänger geworden war.

Die letzte Hoffnung schwand dem unglücklichen Ueberreste desVolkes, als die Nachricht einlief, auch der König sei in Gefangenschaftgerathen Z. Zedekia war mit seinem Gefolge von den chaldäischenReitern bei Jericho eingeholt worden, als er nicht weit vom Jordanwar, dessen Uebergang ihm hätte Rettung bringen können ?). Währendder Rest der Krieger, der noch um ihn war, bei der Annäherung derchaldäischen Verfolger sich zerstreute und über den Jordan setzte odersonst wo einen Schlupfwinkel aufsnchte, geriethen Zedekia, seine Söhneund einige Edle in die Gewalt des Feindes und wurden weit, weitvom Vaterlande hinweggeführt bis nach Ribla, wo Nebukadnezar weilte.Dieser entlud mit Recht seinen ganzen Zorn auf ihn wegen seinesTreu- und Eidbruches. Aber die Züchtigung, die er über ihn verhängte,war grausam. Wenn je ein König, so verdiente Zedekia Nachsicht, weiler ein willenloses Werkzeug gewesen war. Nebukadnezar ließ ohneRücksicht Zedekia's Söhne und sämmtliche prinzliche Verwandten vorseinen Augen hinrichten, und dann ließ er ihn blenden. Geblendetund gefesselt wurde er zuletzt nach Babel verbannt; er hat wohl seineSchmerzen nicht lange überlebt.

Was sollte aus der Stadt Jerusalem werden? Sie war einLeichenhaus geworden;alle ihre Thore und Versammlungsplätze warenverödet, ihre Wege trauernd" ^). Aber sie stand noch; die Feldherren,welche sie erobert hatten, hatten keinen Auftrag für ihr Geschick.Nebukadnezar selbst scheint Anfangs unschlüssig darüber gewesen zusein. Das Land Juda wollte er keineswegs in eine Wüste verwandeltwissen, da er es für einen Krieg gegen Aegypten, wofür er jetzt nochmehr entbrannt war, nicht entbehren konnte. Ein Land ohne Stütz-punkt einer größeren Stadt hätte sich nicht behaupten können. Es

1) Klagelied 4, 20.

2) Jeremia 39, 5 und Parallele auch für das Folgende, in-» .nnnr bedeutetdie Sandfläche zwischen Jericho und dem Jordan.

b) Klagelied t, 4.