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Geschichte der Juden.
kommen, in der man wieder Felder um Silber nach Vorschrift kaufen wirdim Lande Benjamin, in der Umgegend und im Süden; denn die Ver-bannten werden zurückkehren Z. Noch manche trostreiche Rede hielt ervor den Versammelten im Vorhof Mattara für die Zukunft des Volkes,während draußen das Schwert wüthete?).
Der Krieg forderte nicht allein seine Opfer, auch die Hungers-noth gesellte sich dazu. Hatten die Bewohner Jerusalems währendder kurzen Befreiung durch das ägyptische Entsatzheer in der Hoffnungauf den gewissen Untergang der Chaldäer den Mundvorrath sorglosverbraucht? Oder hat der Feind die geheimen Zugänge zur Stadt,durch welche Nahrungsmittel eingeführt wurden, sorgsamer überwachenlassen, um die Uebergabe zu erzwingen? Genug, es trat mit einemMale Knappheit ein, und das Brod mußte nach Gewicht vertheiltwerden. Es wurde immer seltener und seltener, und nun raffte derbleichwangige Hungertod die Einwohner hin. Das Schwert draußen,der Hunger im Innern häuften die Leichen täglich mehr in den Häusernund auf den Straßen, sie konnten nicht mehr begraben werden, gingenin der heißen Jahreszeit in Verwesung über und erzeugten eine ver-derbliche Seuche. Als sollten die düsteru Strafreden der Propheten,die in zwei Jahrhunderten einander ablösteu, Wort für Wort inErfüllung geben, um das Volk durch die gehäuften Leiden und Schreck-nisse von seiner götzendienerischen Thorheit und sittlichen Krankheitgründlich zu heilen, boten die Straßen Jerusalems Grauen erregendeVorgänge dar, welche die Ueberlebenden nimmer vergessen konnten.Hier wanden sich zarte Kinder auf den Plätzen und winselten: „O
Mutter, gieb uns Brod und Wein", und hauchten weheklagend ihr Lebenin dem Schoß der Mütter aus^). Dort wandelten Greise und Vor-nehme, welche sonst Leckerbissen in Fülle hatten und in Purpur erzogenwaren, die trockene Haut an den Knochen festgeklebt, wie Schattenumher, wurden in dieser Wandlung nicht erkannt und schleppten sich,bis sie zusammcnbrachen ^). Wie es die Propheten und namentlichEzechiel vorausgesagt hatten, warfen die Reichen vergebens ihre Schätzeum Brod hin 6). Das grausigste aber war, daß die Hände zarter, liebe-voller Mütter ihre eigenen Kinder kochten, um sich an deren Fleisch zusättigen 0).
Jeremia 32, 7 fg.
2) Das. Kap. 33.
") Klagelieder 2, 11—12.
4) Das. 4, 5 fg.
ch Das. I, >1; vgl. Ezechiel 7, 19.
") Klagelieder 2, 20; 4, 10.