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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

die Propheten, weil das von ihnen verkündete Strafgericht nicht allso-gleich eintraf.Wo bleibt das Wort Gottes?" sprachen sie,möge esdoch eintreffen"!^) Oder man leugnete die Wahrheit der Prophezeiung:Unglück wird nicht über uns kommen, Krieg und Hungersnoth werdenwir nicht sehen, die Propheten werden zu Wind werden, Gottes Wortspricht nicht aus ihnen, so müßte ihnen geschehen" I^). Auch die-jenigen, welche den Propheten Glauben schenkten, trösteten sich damit,daß das angedrohte Unglück nicht sie treffen werde, die Prophezeiungbeziehe sich auf eine spätere, entferntere Zeit:Die Tage werden sichhinziehen und alle Prophezeiungen vergehen" ^). Die trügerischenReden der falschen Propheten lähmten vollends die Wirkung derErmahnungen Jeremia's und seiner Genossen. Sie beruhigten dasVolk und sprachen stets:Frieden, Frieden!", das Land werde von

Kriege verschont bleiben. Von solchen falschen Propheten und denfalschen Priestern hatte Jeremia, weil er rücksichtslos und scharf ein-schneidend sprach und die Finger in die Wunden legte, am meisten zuleiden. Seine eigenen Freunde sannen auf verderbliche Pläne gegenihn und stellten ihm nach^). Durch das Uebermaß der gegen ihngerichteten Bosheit wurde sein Vertrauen auf Gottes Beistand hinund wieder erschüttert, und er ließ sich von seinem Unmuthe öfter zuherben Aeußerungen und zu Verwünschungen gegen seine VerfolgerHinreißen. Er mußte oft klagen:Ich werde alle Tage zum Gespötte,alle höhnen mich. So oft ich spreche, muß ich klagen, über Gewaltund Wuth rufen, denn Gottes Wort wurde mir zur Schmach undzum Hohne" b).

Ein Klagepsalm, welcher aller Wahrscheinlichkeit nach von ihmgedichtet wurde, veranschaulicht den tiefen Schmerz, den er über dieLeiden von den feindlich gesinnten Genossen und über das frevelhafteTreiben in Jerusalem empfunden hat:

Vernimm, Gott, mein Gebet und entzieh dich nicht meinem Flehn,

Mein Herz zittert in meinem Innern,Und Todesangst überfällt mich.

Ich sprach: Wer gäbe mir Flügel gleich der Taube,

Fortfliegen wollte ich und weilen,

Ja selbst entfernt wandern und in der Wüste wohnen,

*) Jeremia 17, 15.

2) Das. 5, IS -.-w pn -w-ini ist schwierig. n:i kann keine Nominalform sem.I-XX haben dafür xvplov.

Ezechiel 12, 22 fg.

Z Jeremia 18, 18 sg. 20, 10 fg.

S) Das. 20, 78.

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