Der Prophet Jeremia.
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sie dir helfen können in deiner Noth. Denn so viel deine Städte, soviel sind deine Götter, o Inda!""
Nicht bloß gegen die verkehrte Götterverehrung sprach der jungeJeremia zermalmende Worte, sondern auch gegen die häufige Blutschuld:„Vergeblich habe ich eure Söhne gezüchtigt, sie nahmen keine Zucht an.Euer Schwert vertilgte eure Propheten wie ein reißender Löwe....Vergißt eine Jungfrau ihren Schmuck, die Braut ihren Gürtel? MeinVolk aber vergaß mich Tage ohne Zahl. Wie machst du deinen Gangschön, Liebe zu suchen! Auch an Schlechtigkeit hast du deinen Ganggewöhnt. Auch an deinen Zipfeln findet sich das Blut von den Leichenunschuldiger Dulder. Nicht beim Einbruch hast du sie ertappt. Trotzalledem sprichst du: „Ja, ich bin unschuldig, möge sein Zorn nur
von mir weichen." So werde ich mit dir in's Gericht gehen, weildu sprichst: „Ich habe nicht gesündigt." Wie sehr erniedrigst du dich,in deinem Weg wandelbar zu sein! Auch von Aegypten wirst dubeschämt sein, wie du von Assyrien beschämt warst; auch von diesemwirst du gehen, die Hände über den Kopf zusammengeschlagen; dennGott verwirft deine Stützen, und du wirst an ihnen kein Glück haben" *).In diesem Sinne und in dieser Art sprach Jeremia wahrscheinlich öfterunter Josia.
Solche Worte aus einem jungen Munde können ihren Eindrucknicht verfehlt haben. Einige edle Familien wendeten sich von demwüsten Treiben ab und bekehrten sich zu dem von Jeremia und andernPropheten bekannten Gott. Die Familie Schaphan?), welche einehohe Stelle einnahm, schloß sich der Prophetenpartei an und vertheidigtesie mit Nachdruck. Der König Josia selbst, als ihm die Kunde vondem Worte des jungen Propheten zu Ohren gekommen war, mag inseinem Vorhaben, die Jhwhverehrung durchzusetzen, bestärkt wordensein. Die Wiederherstellung des baufälligen Tempels betrieb er mitErnst. Er gab (621) dreien seiner hohen Beamten, dem ListenführerSchaphan, Sohn Azaljahu's, dem Stadthauptmann Maaßejah unddem Kanzler Jo ach, Sohn Joachas'^) den Auftrag, den HohepriesterChilkija zu bestimmen, die gesammelten Beiträge endlich zu ihrem Zwecke
*) Jeremia 2, 30—37.
Folgt aus Jeremia 26, 24, daß Achikam b. Schaphan Jeremia gegendie Wuth der Priester und falschen Propheten schützte. Sein Sohn, der berühmtgewordene Gedalja, gehörte der frommen Partei an.
Die zwei letzten Beamtennamen fehlen in K. II, 22, 3, finden sich nurChronik II, 34, 8, scheinen aber in der ersten Stelle ausgefallen zu sein, da Schaphanin dem Bericht an den König von mehreren Beamten spricht, V. 9 piop w-n.-i,was sich nur auf ihn selbst und seine Genossen beziehen kann.