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Geschichte der Juden.
Geschwür so schwer, daß Jesaia selbst ihm rieth, Haus und Regierungzu bestellen, weil er nicht mehr von seinem Siechbette aufstehen werde.Der Tod des Königs in der drangsalsvollen Zeit, der, wie es scheint,damals noch keinen Sohn hatte, hätte das Zeichen zu Spaltungenunter den Fürsten Juda's gegeben und innerhalb der bedrängten Stadtden Bürgerkrieg entzündet. Das Volk hing mit ganzer Seele andiesem sanften und edeln König, er war der Odem für dessen eigenesLeben, und der drohende Verlust machte ihn den Bewohnern Jerusalemsnur um so theurer. Ganz besonders Waren die Leviten und Sängervon Trauer über seinen möglichen Tod erfüllt. Ihre Gebete für seineGenesung hallten im Tempel wieder.
„Tage zu den Tagen des Königs mehre,
„Seine Jahre mögen wie Geschlecht und Geschlecht dauern,
„Er throne lange vor Gottes Antlitz.
„Gnade und Treue bestelle, ihn zu behüten.
„So will ich deinen Namen lobsingen für und für,
„Zu bezahlen mein Gelübde Tag für Tag"*).
Chiskija selbst wandte sich auf seinem Bette, mit dem Gesicht zurWand gekehrt, unter Thränen im Gebet zu Gott. Darauf verkündeteihm Jesaia, daß sein Gebet erhört sei, Gott werde ihm Heilung senden,daß er am dritten Tage den Tempel werde besuchen können. Ersoll ihm ein Zeichen dafür gegeben haben, daß der Schatten an derSonnenuhr, die Achas eingeführt hat (o. S. 138), um zehn Gradewieder weichen werde. Durch Auflegen einer weichen Feigenmasseschwand das Geschwür, und er wurde wieder gesund. Als Chiskijagenesen war, dichtete er einen tiefempfundenen Dankpsalm, der wohlebenfalls im Tempel gesungen wurde:
„Ich wähnte:
„In der Mitte meiner Tage werde ich in des Grabes Pforte eingehen,„Werde des Restes meines Lebens verkürzt werden,
„Ich wähnte, ich werde Gott nicht schauen,
„Nicht sehen Gottes Rettung im Lande der Lebenden.
„ . . sür sie, daß sie leben,
„Für jeden von ihnen ist der Odem meines Lebens,„Lasse mich genesen und heile mich.
„Sieh' da! In Glück ist mir das Unglück verwandelt.„Du hast meine Seele des Grabes Verwesung entzogen,„Hast hinter dich all' meine Sünden geworfen.
„Denn das Grab rühmt dich nicht,
„Der Tod preist dich nicht.
„Ein Lebender gleich mir preist dich.
*) Ps. 61, vgl. Note 7.