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Geschichte der Juden.
lautere Gesinnung einkehren; aber wie sollen diese so schnell herbei-geführt werden? Rabschake drängte auf eine Entscheidung; die Kriegerund das Volk waren entmuthigt. Wie, wenn diese, um ihr Leben zuretten, die Thore öffneten und den Feind einließen? Aller Augenwaren daher auf den Propheten Jesaia gerichtet. Der König sandtedie höchsten Würdenträger und die Priesterältesten zu ihm, daß er fürdas unwürdige Volk, für den in Jerusalem zusammengedrängten Restbeten und ein beruhigendes Wort sprechen möge*). Wahrscheinlich inFolge eines inbrünstigen Gebetes kam der prophetische Geist überJesaia, und das, was er ihm offenbart hatte, theilte er in kurzenWorten mit. Der König möge die Furcht vor dem höhnenden Siegerfahren lassen, Sancherib werde, von einer Nachricht erschreckt, dieBelagerung aufheben und in sein Land zurückkehren ^>. Diese Ver-kündigung hat nicht bloß den König, sondern, wie es scheint, auch daszitternde Volk beruhigt. Chiskija ließ hierauf Rabschake eine fürdiesen unerwartete Antwort zugehen, daß er nicht Willens sei, dieStadt zu überliefern, weil er das feste Vertrauen habe, daß Gott siegegen ein noch so zahlreiches Heer schützen werdest.
Ehe noch Rabschake mit dem erhaltenen Bescheide zu Sancheribzurückkehrte, war schon eine Wandlung eingetreten. Tirhaka, deräthiopische König von Aegypten, welcher das Vordringen der Assyrerverhindern wollte, war ihm mit einem starken Heere entgegengezogen.
Bei der Nachricht von dem Anrücken eines ägyptischen und äthio-pischen Heeres, «erließ Sancherib sein Standquartier von Lachisch,sammelte seine an mehreren Punkten zerstreuten Heereshaufen und zogweiter südlich bis zur ägyptischen Grenzstadt Pelusium, das erbelagerte^). Als Rabschake ihm Chiskija's Entschluß mittheilte, magder Großkönig in nicht geringe Wuth gerathen sein, daß der Fürsteines so kleinen Ländchens, dem nur die Hauptstadt geblieben war,gewagt hatte ihm zu trotzen. Sofort sandte er einen Brief durchBoten an Chiskija, worin er seine ganze Geringschätzung gegen dasLändchen und gegen den Gott, auf den sich Chiskija verließ, kund gab.Er zählte darin die mächtigen Städte auf, welche die Assyrer bereitserobert hatten. „Haben sie ihre Götter schützen können? Und duglaubst im Vertrauen auf deinen Gott gerettet zu werden ^)?"
Der Hauptzweck der Sendung des Königs an Jesaia liegt in den WortenKönige 19, 4 'vi ipa ouirn. So hat es auch Josephus richtig ausgefaßt,Alterth. X, I, 3. Das. V. 6 und die Parallelstelle Jesaia 37, 6.
b) Diese Antwort Chiskija's ergiebt sich aus V. 19 das.
Nach Herodots Angabe II, 141, stand Sancherib's Heer vor Pelusium.
Könige das. V. 9 fg. Hier richtig: w-tch- rem, dagegen in Jesaia37, 9 unpassend nhvn pevn.