212
Geschichte der Juden.
„„Ihr sollt uns nichts Wahres prophezeien,„„Sprechet für uns Schmeichelndes,
„ „Prophezeit Täuschungen" "
„(So hat Gott gesprochen:)
„In Stille und Ruhe werdet ihr gerettet werden,
„In Frieden und Vertrauen ist eure Kraft.
„Ihr aber sprächet: „„Nein!
„„Zu Rosse wollen wir eilen;""
„Darum werdet ihr eilig fliehen.
„„Und auf einem leichten Renner wollen wir reite»;""„Darum werden eure Verfolger leicht sein.
„Ein Tausend vor den: Drohen eines Einzigen,
„Vor dem Drohen von fünf werdet ihr sämmtlich fliehen,„Bis ihr bleiben werdet wie eine Stange auf Bergesspitzen„Und wie ein Bannerzeichen auf einen: Hügel.
„O, die nach Aegypten hinabziehen um Hilfe„Und auf Rosse sich stützen,
„Vertrauen auf Streitwagen, die ihrer viel,
„Und auf Reiter, die ihrer zahlreich sind,
„Wenden sich nicht zum heiligen Israels,
„Den Herrn befragen sie nicht.
„Aber auch er ist weise„Und führt Unglück herbei,
„Hat sein Wort nicht geändert,
„Er erhebt sich wider den Schutz von Frevlern„Und wider die Hülfe von Uebelthätern.
„Die Aegypter sind Menschen„Und nicht Gott,
„Ihre Rosse Fleisch und nicht Geist.
„Der Herr wird seine Hand wenden,
„Da strauchelt der Helfer,
„Und es fällt der Hilfsbedürftige„Und zusammen gehen beide unter').
Zwei Thatsachen schwebten Jesaia's prophetischem Blicke alsselbstgewiß vor, daß Juda durch den Abfall von Assyrien großes,unsägliches Elend erdulde», daß es aber doch nicht untergehen, sonderngeläutert und gehoben aus dieser Prüfung hervorgehen, und daß einassyrisches Heer das Land zwar hart bedrängen, aber untergeheu undnicht durch Menschenhand untergehen werde. Diese Ueberzeugung sprachJesaia noch vor dem Eintreffen des assyrischen Heeres mit aller Be-stimmtheit aus:
„O Ariel, Ariel (Gottesberg) Burg, die David erbaut,
„Thuet ein Jahr zum Jahr hinzu, Feste werden umlaufen,
') 30, 1 fg. 31, 1 fg. In 30, V. 6 muß man statt des unverständlichenomr lesen aus Löwen bezogen. sVgl. jedoch Luzzatto z. St.j