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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Belagerung und Untergang Samarias. 199

der Muth und die Ausdauer der Belagerten blieben ohne Erfolg.Die Hauptstadt des Zehnstämmereichs wurde nach zweihundert-jährigem Bestand wahrscheinlich im Sturm erobert. Der letzte Königdieses Reiches, Hosea, der wahrscheinlich in Gefangenschaft gerathenwar, wurde aber vom Sieger noch schonend genug behandelt. Erwurde seiner Würde entkleidet und in einem Kerker, wahrscheinlich inNinive, bis an sein Lebensende gehalten *). Wie viel Tausende indiesem letzten Kampfe des Reiches Israel umgekommen sind, und wieviele in Gefangenschaft geführt wurden, hat kein Griffel ausgezeichnet.So entfremdet war dieses Reich denen, welche die Erinnerungen desVolkes aufznzeichnen pflegten, den Leviten und Propheten, daß sie denUntergang desselben nur mit wenigen Worten berichtet haben. KeinKlagelied ertönte auf den Trümmern dieses Reiches, als wenn seintrauriges Geschick den Dichtern gleichgültig gewesen wäre. Erfüllthatte sich die Verkündigung der Propheten: Ephraim hatte aufgehört;die Götzenbilder von Dan, Samaria und anderen Städten wandertennach Ninive, und die Gefangenen wurden zu Tausenden weggeführtund zerstreut. Sie wurden gruppenweise angesiedelt in dünn bevölkertenLandstrichen, deren Lage nicht genau ermittelt werden kann, in Chalach,Chabor, am Fluß Gozan und in den Städten des gebirgigenMeistens 2 ). Zwei und ein halbes Jahrhundert (260 Jahre) hat dasZehnstämmereich oder das Haus Israel bestanden, zwanzig Königehaben darüber geherrscht, und an einem Tage ist es spurlos unterge-gangen, weil es sich durch Ephraim's Trotz von seinem Ursprüngeentfremdet hat, von dessen versittlichender, befreiender und stärkenderLehre nichts wissen mochte und darum dem Götzenthum und den damitverbundenen entnervenden Lastern verfiel. Das Land hat die Zehn-stämme ausgespieen, wie es die kanaanitischen Stämme ausgespieenhatte. Wo sind sie geblieben? Man hat sie im fernen Osten und imfernen Westen gesucht und zu finden geglaubt. Betrüger und Phantasten

st Könige II. 17, 1 fg. 18, 4. 9 fg.

st Da zur Vergleichung der Namen der Exilslandstriche außer Medien weiternichts vorliegt, als klangähnliche Namen bei griechischen und arabischen Schrift-stellern, so läßt sich über deren Lage nichts bestimmtes angeben, ob sie in Meso-potamien oder östlich vom Tigris gelegen haben. Die Ausleger gehen daherüber die Fixirung derselben auseinander; was Schräder angeblich aus assyrischenInschriften dafür vorgebracht hat (Keilinschrift und alt. Testam. S. 161 (vgl.2. Aust. S. 275. 614.)), ist auch weit entfernt, überzeugend zu sein, iwn kannim Leben nicht der Fluß Chaboras sein, sonst hätte dabei iw stehen müssen,und wiederum kann schwerlich sich mit decken, da es nur

einen Fluß bedeutet. im Neuhebräischen , könnte eher noch Kolchis

bedeuten, dessen Einwohner noch im 5. Jahrhundert die Beschneidung hatten.