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Geschichte der Juden.
waren in die Notwendigkeit versetzt, sich eng an einander anzu-schließen und zu stärken gegen Gefahren von zwei Seiten. Von dereinen Seite drohte Aegypten, das unter dem Könige Sabako (o. S. 123jwieder erstarkt war, und von der andern Seite Assyrien, das eben-falls einen eroberungssüchtigen König hatte, welcher die abgefallenenVasallenländer mit starker Hand wieder an Assyrien brachte. Nachdem Tode des Königs PH ul, welcher der letzte Sproß eines langeregierenden Königshauses, der Derketaden war, scheinen nämlich imassyrischen Reiche Aufstände ausgebrochen zu sein. Die Abwesenheiteines gesetzlichen Thronfolgers hatten mehrere Provinzen, die sich be-drückt fühlten, benutzt, um ihre Freiheit zu erlangen. Eine neueVölkerwanderung aus dem rauhen Norden, jenseits des Kaukasus, desschwarzen Meeres und des Kaspi-Sees, Kimmerier, Taurer,Skythen oder Saken, mag den Anstoß dazu gegeben haben. Zu-nächst scheint sich ein Theil der Meder in dem Hochlande in derNähe des Kaspi-Sees dem assyrischen Joch entzogen zu Habens.
Darauf erlangte auch Babylon seine Selbstständigkeit. Der ba-bylonische Sieger über die Assyrier, Nabonassar, nahm den Königs-titel an. Der Haß dieses Königs gegen die assyrischen Unterdrückerwar so groß, daß er die Siegesinschriften der assyrischen Könige inBabylonien vertilgen ließ ^). Mit ihm begann in Babylonien eine neueZeitrechnung, nach den Jahren der Könige, welche die des Nabonassargenannt wird (Anfang 747). Auch andere kleine Völkerschaften in derEnphratgegend hatten sich von der assyrischen Gewaltherrschaft freigemacht. Selbstverständlich benutzten auch die Fürsten und Völker-schaften der Libanon-Gegend, die Aramäer in Damaskus und Pekach,
*) Vergl. M. v. Niebuhr: Geschichte Assurs und Babels, S. 64 fg., 154 fg.,daß der Abfall der Meder ungefähr gleichzeitig mit dem Babylons fällt, undfür diesen ist das Jahr bekannt, nämlich das 1. Jahr Nabonassar's 747 o. chr. Z.Nach Herodotl, 95 find dis Meder zuerst von allen Völkern von den Assyriernabgefallen, vergl. das. 150. Daß die Völkerwanderung der Kimmerier undSkythen in der Zeit der ersten Olympiade 774 stattgefunden hat, ist von Niebuhrüberzeugend nachgewiesen. (Vgl. dagegen jetzt Hommel, Gesch. Babyloniensund Assyriens, S. 639 ff., 723 f. und Schrader-Winckler, S. 24 u. 52.j
") Bei Syncellus 207. Mit Recht folgert M. v. Niebuhr daraus (das.S. 168) und aus dem abgerissenen Passus in Eusebius' armenisch erhaltenerChronik (sei. Aal p. 6): ut ipss (Zsrosns) ait: lsig.bonasss.rn8 srat so tempore,daß dieser eine feindliche Stellung gegen Assyrien eingenommen und Babylonselbstständig gemacht hat. Das Verzeichnis) der babylonischen Königsreihe, welchemit Nabonassar beginnt, ist in Ptolsmäus' Kanon der babylonischen oder chaldäi-schen Könige erhalten. Falsch ist die Annahme G. Rawlinson's und andererAssyriologen, daß Nabonassar auf dem Friedensfuß mit den Assyriern stand(6. Lrnvliuson: tbs üvs mvimrslües II, 396; III, 447).