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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

standen werden würde. War Ainos der erste, welcher diese Bered-samkeit, eine ganz neue Gattung, eingeführt hat? So weit sich dieReihe der Propheten bis Samuel rückwärts übersehen läßt, sprachensie ihre mahnenden und rügenden Worte in schlichter Rede, ohne poe-tischen Schwung, flochten höchstens einmal eine Parabel ein und be-gleiteten sie mit einer bedeutungsvollen Handlung. Die erhalteneRede Micha's, des Sohnes Jimla's (o. S. 35) nahm schon einen An-satz zu dichterischer Gliederung. Amos' Reden und die seiner Nach-folger sind aber doch anderer Art; sie vereinen den Fluß und die Ge-meinverständlichkeit der Prosa mit der Gliederung, dem Gleichmaßund Wohllaut der Poesie. Durch Gleichnisse und phantasievolle Leben-digkeit haben sie den dichterischen Schwung noch mehr gehoben. Manist daher in Verlegenheit, ob man diese Gattung zur Prosa oder zurPoesie zählen soll. Man kann sie nur nothbehülflich als schön ge-formte dichterische Beredtsamkeit bezeichnen. Amos' Reden ließenzwar seinen Stand nicht verkennen. Er gebrauchte Gleichnisse, diedem Hirtenleben entnommen sind. Man hörte es ihm an, daß er beiseiner Herde öfter das Brüllen des Löwen gehört und daß er inden Nächten die Sternbilder beobachtet haben muß. Aber durch dieseEigenheiten verlieh er seinen Reden nur noch' mehr Reiz.

Amos trat in Bethel noch vor dem Erdbeben auf und verkündetees in prophetischer Vorschau mit deutlichen Worten. Er begann ein-leitend:

Der Herr wird von Zion aus donnernUnd von Jerusalem seine Stimme hören lassen.

Darob werden der Hirten Triften trauernUnd des Karmels Spitze verdorren."

Die Zuhörer in Bethel mögen nach dieser Einleitung eine Straf-predigt erwartet haben; es folgte auch eine Verkündigung von Unglück,aber nicht eine Androhung gegen das eigene Land, sondern gegen dieNachbarländer, gegen Damaskus, Gaza und das Philisterland, gegenTyrus, Edom, Ammon und Moab, stets mit den EinleitungsworteinWegen dreifacher Sünde und vierfacher werde ich es nicht abwenden."Durch diese Abschweifung lauschten die Zuhörer immer gespannter, dasie scheinbar aus dem Spiele gelassen wurden. Amos rückte ihnenaber immer näher, sprach auch von der dreifachen und vierfachen SündeJuda's und endlich kam er auf das samaritanische Reich zu sprechen:

Wegen dreifacher Sünde Jsrael'sUnd wegen vierfacherWerde ich es nicht abwenden.

'Weil sie Unschuldige um GeldUnd Arme um Schuhe verkauften.