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Geschichte der Juden.
gefrevelt, um sich des Thrones zu bemächtigen und ohne Nebenbuhlerregieren zu können? Oder hat Athalia, eine eingefleischte Anhängerindes Baalcultus, diesen in Jerusalem und Juda befestigen und aus-breiten wollen, und hat sie deswegen die Ueberbleibsel des davidischenHauses ans dem Wege geräumt, um freie Hand zu haben? Wolltesie, was ihrer Mutter mißlungen war, durch ihre Alleinherrschaft demgötzendienerischen Wesen Phöuiciens von Jerusalem aus Nachdruckgeben? Gleichviel aus welchem verruchten Beweggründe Achab's undJsebel's würdige Tochter auch gehandelt haben mag, sie erfüllte dasjudäische Volk mit solchem Schrecken, daß sich Niemand fand, ihrenFrevelthaten Widerstand entgegenzusetzen. Volk und Priester beugtenihr Haupt vor ihr. Selbst der Hohepriester Jojada, welcher mitdem Königshause verschwägert war, hüllte sich in Schweigen. InJerusalem wurde ein Bildniß des Baal nebst Spitzsäulen und Altärenaufgestellt, gerade zur selben Zeit als Zehn diese Zeichen des Götzen-thums in Samaria zerstören ließ, und ein Oberpriester Matth ün miteiner Schaar untergeordneter Priester angestellt und angesiedelt, wahr-scheinlich in der Unterstadt (Millv), in der Nähe der königlichenPaläste. Hat Athalia den Tempel auf Moria unangetastet und un-eutweiht gelassen? Es scheint, daß sie, weniger folgerichtig in ihrerVerwegenheit und furchtsamer als spätere Könige, nicht gewagt hat,in das von Salomo erbaute Heiligthum ein Bildniß des Baal zubringen. Aber den Gottesdienst in demselben scheint sie gestört zuhaben. Die von Athalia unterhaltenen Miethstruppen der Karier(Khari) und die von Alters her den Königen zur Verfügung stehendenTrabanten scheinen als Wache an der Pforte des Tempels gestandenzu haben, um das Volk von demselben fern zu halten. Je der dritteTheil dieser Miethlinge und Läufer pflegte «m Sabbat den Wacht-posten zu besetzen, um den Besuch des Tempels zu verhindern; erwurde am darauffolgenden Sabbat von einem andern Dritttheil ab-gelöst und so abwechselnd Sabbat um Sabbat Z. Sechs Jahre (um
st Die wichtige Notiz Könige II. 11, 4—7 ist bisher nicht richtig aufgefaßtworden. Der Text giebt selbst an die Hand, daß von den und roxi zweiDrittel, nii'n am Sabbat den Posten nicht bezogen haben; diese hießenmx', folglich hat nur ein Drittel derselben jede Woche Wache gehalten; dieseswird rwv.i mo genannt. Dieses Drittel wies Jojada an, an drei Stellen Wachezu halten, ein Drittel beim Palaste, ein Drittel beim Roßthore (vgl. I. S. 32L)und ein Drittel beim Thore, der vom Palast zum Tempel führte. Statt V. 6n'v muß man nach I-XX i'vw (<pvX«k«'r-) oder nach kesebito
lesen p.-n oder gar wie V. 7). (So auch Klostermann a. a. O.j Da-gegen die sonst vom Wachsdienst frei sind, sollten ausnahmsweise an diesemTage den Tempel bewachen, wie V. 9 aussagt mx> op .-wem mv. Ob