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Geschichte der Juden.
Königshause Frieden zu schließen und es ihm nahe zu legen, wie vor-theilhaft für beide eine Friedenspolitik wäre, indem sie dadurch dieHerrschaft über die ehemaligen Tributländer wieder erlangen könnten^).In der That herrschte eine geraume Zeit hindurch Eintracht zwischenbeiden Reichen, und sie unterstützten fortan einander, statt einander zubefehden. Ebenso sehr und vielleicht noch mehr lag es Omri amHerzen, mit Phönicien ein freundnachbarliches Verhältniß zu unterhalten.Von der Fülle, welche die ausgedehnte Schifffahrt und der Handeldiesem Lande brachten, sollte auch dem Zehnstämmereich ein Theil zu-fließen. Auch in Tyrus waren während dieser Zeit königsmörderischeKönige auf einander gefolgt, bis endlich Jthobal (Ethbaal^), einPriester der Astarte, nach der Ermordung seines Vorgängers Phellesden Thron bestieg. Durch die blutigen Vorgänge in der phönicischenHauptstadt war das Land geschwächt worden. Vornehme Familienwaren zur Auswanderung gezwungen worden und gründeten Kolonienan dem afrikanischen Nordgestade. Das mächtig gewordene Königreichvon Damaskus trachtete nach dem Besitze der so ergiebigen phönicischenKüste. Jthobal mußte also daran denken, sich durch Bündnisse zu stärken,und am nächsten lag ihm das Zehnstämmereich. Omri und Jthobalhatten demnach das gleiche Interesse, ein Schutz- und Trutzbündnißmit einander zu schließen. Dieses Beiden erwünschte Bündniß wurdedurch eine Verschwägerung besiegelt. Omri's Sohn Ach ab heiratheteJthobal's Tochter Jsebel (Jzebel, Jezabel), eine Ehe, welche tragischeEreignisse zur Welt bringen sollte.
Omri, von dieser Seite gestärkt, konnte an kriegerische Unter-nehmungen denken. Von Moab, das sich wohl unter Jerobeam unab-hängig gemacht hatte, entriß er mehrere Städte und machte das Landwieder tributpflichtig Es mußte jährlich ganze Heerden von Böcken
Z Kriege zwischen Omri und Aßa werden in den Annalen nicht erwähnt,wie früher unter Jerobeam und Baescha; Achab war auf das innigste mitJosaphat befreundet und verschwägerte sich mit ihm. Da Achab kein Mann derInitiative war, so kann der Plan friedlichen Zusammengehens mit dem davidischenHause nur von Omri ausgegangen sein. Auf ihn wird auch die umwälzendeNeuerung im Zehnstämmereich zurückgeführt. (Micha 6, 16) wiop 12 EN,auch angedeutet Könige I, 16, 25. Die Politik, welche Achab später verfolgte,muß also, als von Omri eingeleitet, betrachtet werden. Auch die Verheirathungseines Thronerben mit der sidonischen Königstochter (das. V. 31) war ohneZweifel sein Werk.
Ueber diesen König vgl. Menander bei Josephus, Alterth. VIII. 13, 1,2;fIX, 66) contra Xpionsin I, 18. An dieser letzten Stelle wird Jthobal
genannt. Vgl. Movers, Phönicier II. 1. S 344 fg. fu. Pietschmann,Gesch. d. Phönicier, S. 298 fg. Ed. Meyer, Gesch. d. AlterthumS I, S. 346. 396.)
°) S. Note 2, die moabitische Mesa-Jnschrift.