Die Reichsspaltung.
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Diese Stämme hielten also zu Rehabeam. Sobald er von dieser Seitegesichert war und wußte, daß zwei (oder drei) Stämme fest zu ihmstanden, dachte er selbstverständlich daran, die Sichemiten und Ephrai-miten überhaupt mit dem Schwerte zum Gehorsam zurückzuführen, undes wäre ihm vielleicht gelungen, wenn nicht Jerobeam Vorkehrungengetroffen hätte, von diesem Abfall den größten Nutzen für sich zu ziehen.Er wußte den Ephraimiten beizubringen, daß nur ein König im Standesein würde, dem Andringen Rehabeam's eine feste Gegenwehr entgegen-zusetzen, und daß sie nur dadurch das herbe Strafgericht von sich ab-zuwenden vermöchten, das ihrer als Empörer harrte, falls sie sichwieder unterwerfen sollten. Und diese mögen selbst überzeugt gewesensein, daß nur ein König aus ihrer Mitte ihnen die Macht über dieübrigen Stämme verschaffen könnte. Sie beschlossen also, einen Gegen-könig aufzustellen. Wer war geeigneter dazu als Jerobeam? Erallein hatte Muth und Gewandtheit gezeigt, und er war ein Ephraimite.Die ephraimitischen Aeltesten riefen in Folge dessen ihn zum Königeaus und zogen die übrigen Stämme nach. Der Stamm Manassefolgte stets dem von Ephraim ausgegangenen Anstoß, und die übrigenStämme im Norden konnten sich, wenn sie auch wollten, dem nichtentziehen. Von Juda waren sie räumlich getrennt, und zu einemeigenen Verbände fehlten ihnen alle Bedingungen. Darum gingenauch sie mit Ephraim. Die jenseitigen Stämme huldigten ebenfallsJerobeam, vermuthlich- weil auch sie Beschwerden gegen das HausDavid hatten und von Rehabeam keine Erleichterung erwarteten. Soherrschte der aus der Dunkelheit aufgetanchte Mann aus Zereda überzehn Stämme (um 977—955), wobei die beiden Manasse, das dies-seitige und jenseitige, Machir und Gilead, als zwei gezählt werden.Sein Gebiet umfaßte also das Zehnstämmereich. Beim HauseDavid blieben nur, wie Erwähnt, die Stämme Juda, Benjamin undSimeon; da dieser aber keine Bedeutung hatte und in Juda völligaufgegangen war, so bildete das dem Rehabeam treugebliebene Gebietdas Zweistämmereich. Das Volk war also wieder in zwei Theile
S. 230). In V. 20 muß mit I-XX nach noch ergänzt werden uav
1 »'». Daß die Benjaminiten die .Hauptbevölkerung Jerusalems ausmachten,folgt aus Jeremia 6, 1. Fälschlich nehmen einige Ausleger an, daß ein Theilder Benjaminiten zum Zehnstämmsreiche gehörte; nein, der ganze StammBenjamin gehörte zu Juda oder zu David's Haus. Bemerkenswerth dafür ist Ezechiel37, 16: einerseits rian '»i .-nir,' und andrerseits uirn o'iou.
Die israelitischen Genossen Juda's waren Simeon und Benjamin und dieGenossen Ephraim's das (übrige) Haus Israel. Ueber das, was diese Ausl,aus Ps. 80, 2 folgern, s. Frankel-Graetz, Monatsschr. Jg. 1874, S. 391.