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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

23.

Zeit der Anwesenheit der adiabenische» Königin in Jerusalem,der Regierung des Königs Izates »nd der Bekehrung de«Apostels Paulus.

X. Helena.

Der Proselytismus der adiabenischen Königin Helena oder vielmehr ihreReise nach Jerusalem und ihr Aufenthalt daselbst sind bisher nicht chronologischermittelt und fixiert. Es ist aber nicht ohne Wichtigkeit, da sich dadurch ander-weitige Fakta der judiiischen Geschichte und auch der neutestamentlichen Zeit-geschichte chronologisch einreihen lassen. N. Brüll hat zwar sorgfältig einechronologische Untersuchung über die Ereignisse, welche das adiabenische Königs-haus betreffen, angestellt^). Aber gerade diesen orientierenden Punkt, HelenasReise nach Jerusalem, hat er nicht behandelt. Auch ist er bei aller Sorgfaltfür chronologische Akribie von unerwiesenen Punkten ausgegangen. So hater Josephus' Angabe, daß der adiabenische König 24 Jahre regiert habe, an-genommen und zugrunde gelegt; aber diese ist durch ihren eigenen Charakterverdächtig. Auch die numismatischen Resultate, welche er für die Chronologieder Adiabener ausnutzte, sind nicht so kritisch gesichert, daß sie zum Ausgangs-punkt genommen werden könnten. Der Engländer Lindsay hat die Geschichteder Parther oder vielmehr die Diadoche der parthischen Könige aus parthischenMünzinschristen zu fixieren gesucht^). Aber Egli bemerkt mit Recht, daß Lindsayzu viel aus die Ergebnisse Longperiers gebaut hat, und daß diese keineswegskritische Gewißheit geber?). Zuweilen wird ein chronologischer Punkt negativfixiert: Der und der parthische König könne in der und der Zeit nicht gelebtoder nicht mehr gelebt haben, da sich von ihm aus dem und dem Jahre keineMünze finde. Zufällige Funde können also leicht das chronologische Resultaterschüttern. Man kann also auf die Ergebnisse der Numismatik allein nicht dieGeschichte des adiabenischeü Königshauses aufbauen. Man muß vielmehr ander-weitige Angaben als Direktive oder Korrektiv dabei anwenden. Josephus besaßzuverlässige Nachrichten über die Geschichte der adiabenischen Proselyten, die ergewiß aus dem Munde der Verwandten des Königs Monobaz vernommenhatte, welche zur Zeit des Krieges gegen die Römer in Jerusalem tapfer gegendie Feinde gekämpft und als Gefangene in Rom mit ihm verkehrt Habens.Allerdings auf seine Nachricht, daß Jzates vierundzwanzig Jahre regiert undvierundzwanzig Söhne und ebensoviel Töchter hinterlaffen habe^), ist nichtviel zu geben, obwohl er sie aus derselben Quelle bezogen haben mag. D>eZahl 24 macht sie verdächtig. Aber seine anderweitigen Nachrichten über dieadiabenisch-judäische Geschichte dürfen, wenn sie nicht kritisch angesochten werdenkönnen, als historisch gesichert angenommen und verwertet werden.

*) N. Brüll, Jahrbücher für jüdische Geschichte und Literatur, I. Jahrg.1874, S. 58 fg. und besonders von S. 66 ff. an.

2) Innäsaz-, a rsvisrv ot düs üistorz- anä eoinaKö ol düs karddiaus.Das Buch ist sehr selten.

°) In Büdingers Untersuchungen zur römischen Kaisergeschichte I., S. 358 fg.

Josephus, jüd. Krieg II, 19, 2; VI, 6, 4.

b) Das. Altertümer XL, 4, 3.