Die Zeloten in Ägypten und Kyrene.
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Glücklicher als beide war Josephns. Vespasian und Titus be-handelten ihn mit solcher Aufmerksamkeit, als wenn sie ihn für ge-leistete Dienste belohnen wollten. Titus hatte ihm erlaubt, unter denGefangenen seine Verwandten und Freunde auszusuchen und ihnen dieFreiheit zu geben. Er begleitete Titus zum Trinmphzuge nach Rom,sah die Demütigung seiner Nation mit empörender Ruhe an undempfand Schadenfreude über den schimpflichen Tod ihrer Helden.Vespasian schenkte ihm nicht nur ausgedehnte Ländereien in Judäa,sondern räumte ihm auch seinen Privatpalast in Rom zur Wohnungein und erhob ihn zum römischen Bürger ^). Josephns heiratete zumdrittenmal, nachdem er sich von der zweiten Frau getrennt hatte, undzwar, wie er rühmend hervorhebt, aus einer der edelsten judäischenFamilien der Insel Kreta. So hoch stand er in der Gunst desflavianischen Kaiserhauses, daß er dessen Familiennamen annahm undder Nachwelt unter dem Namen Flavins Josephns bekannt ge-worden ist. Aber dafür haßten ihn die judäischen Patrioten mitsolchem Ingrimm, daß sie ihm den ruhigen Genuß seines Lebens zustören versuchten. Vergebens gab er sich Mühe, sein Andenken durchBeschreibung des Krieges gegen die Römer für die Judäer in hebräi-scher Sprache zu erhalten-). Seine hebräische Schrift verfiel derVergessenheit, sein Name wird in der Nationalliteratur nicht genannt.
Mit der Einnahme der letzten Festungen in Judäa war der Kampfder Zeloten noch immer nicht beendet. Sie verpflanzten ihren Römer-haß in diejenigen Länder, wohin sie ihr flüchtiger Fuß getragen hatte.Diejenigen, die so glücklich waren, durch die unterirdischen Gänge ausdem brennenden Jerusalem ins Freie zu gelangen, zerstreuten sich undsuchten Schutz bei ihren Brüdern in der Euphratgegend, in Arabien,Ägypten und Kyrene. Die Zeloten, die- nach Alexandrien geflohenwaren, überredeten ihre Stammesgenossen, einen Ausstand gegen dieRömer zu machen, und da die alexandrinischen Judäer das Blutbadnoch in Erinnerung hatten, das die römischen Legionäre einige Jahrevorher unter ihnen angerichtet hatten, so waren sie bereit dazu. Nurdie Reichen und die Glieder des Rates widersetzten sich diesem wahn-sinnigen Unternehmen; da sie aber die aufgeregten Gemüter nicht be-
Photius, woraus hervorgehen soll, daß er im 3. Jahre Trajans gestorben sei,ist mißverstanden worden. Ans dieser Notiz, worin der Relativsatz lautet:
beginn« . . . ent /o.aaüinu, llä
ent »«t krr st-rv Oükan«ar»raä, lolgt, daß ÄespasiaN
dessen Gebiet vergrößert habe» mutz. sDas Todesjahr ist doch wohl das Jahr 100n. Cchr. Schürers (Ifl S. S99, Anm. 47) Darlegungen scheinen mir dmch-schlagend zu sein.)
Josephus vita 7ö— 76 -) Das. jüd. Krieg, Einleitung t.