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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Noch immer war der Kampf nicht zu Ende. Die Häupter derRevolution hatten sich mit ihren noch übriggebliebenen Scharen in dieOberstadt zurückgezogen. Dort hatten sie eine Unterredung mit Titus.Johannes und Simon verlangten, da sie geschworen hatten, eher zusterben, als die Waffen zu strecken, daß ihnen freier Abzug mit denWaffen zugestanden werde; unter dieser Bedingung wollten sie dieOberstadt überliefern. Titus bestand aber darauf, daß sie sich aufGnade und Ungnade ergeben sollten, und so entbrannte der Kampfvon neuem. Am 20. Ab (August) begannen die Römer die Arbeit,neue Dämme gegen die Mauer der Oberstadt anfzurichten, und warenerst nach 18 Tagen (am 7. Elul, September) damit fertig. DieStandhaftigkeit verließ die Zeloten auch da nicht. Die Jdumäer, welcheheimlich mit Titus unterhandelten, wurden teils getötet, teils in den Kerkergeworfenst. Aber die judäischeu Kämpfer waren denn doch von denAnstrengungen und vom Hunger erschöpft und konnten den Sturmnicht mehr zurückschlagen. Die Römer überstiegen endlich die Mauer,besetzten die Türme und drangen mordend in die Oberstadt ein.Tags darauf (8. Elul) verbrannten sie auch den letzten Stadtteil, dieOberstadt (Zion). Die Mauern wurden völlig zerstört; nur die dreiTürme Hippicos, Mariamne und Phasael ließ Titus unversehrt,damit sie als Zeugen seines erstaunlichen Sieges dastehen sollten. Sonstwurde die ganze Stadt dem Erdboden gleich gemacht-). Unter denTrümmern Jerusalems und des Tempels wurde der letzte Rest staat-licher Selbständigkeit Judäas begraben. Mehr als eine MillionMenschen soll während der Belagerung umgekommen sein^). Rechnetman die Gefallenen von Galiläa, Peräa und den judäischcn Städtenhinzu, so kann man Wohl annehmen, daß der judäische Stamm aufheimischem Boden zum großen Teile vernichtet war. Wiederum saßZion auf der Brandstätte und weinte, ihre Söhne waren gefallen,ihre Töchter in schmähliche Sklaverei geführt oder den Soldaten zurBefriedigung ihrer Brunst zugeteiltst. Sie war noch viel unglücklicherals nach der ersten Zerstörung, da ihr jetzt kein Seher das Endeihrer Witwenschaft und ihrer Trauer verkündet hat.

st Jos. jüd. Kr. VI, 8, 1. 2.

st Das. VII, 1, 1. Aus Nsebilta und Märascb zu 6ant. I, 9 u. a. St.geht bestimmt hervor, daß ein Teil der Westmauer des Tempels in II. und III.Jahrh. noch vorhanden war: rnpL.n mo innr.

st Jos., das. VI, 9, 3.

st Das. VII, 8, 7,. Havercamp II, p. 430431.