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Geschichte der Juden.
Diese war mit dem Untergang ihrer Anführer nicht verschwunden,sondern stellte sich nur eine Zeit lang tot, während sie im geheimenwühlte, um den Zelotensührern, das Heft zu entwinden. An ihrer Spitzestand der Hohepriester Matthia, Sohn Theophils aus dem HauseBotzthos, und andere Männer aus hohenpriesterlichen Geschlechtern^)Sie wußte einen Teil des Volkes, die Wohlhabenden, die durch dasHcranrücken des Krieges immer ängstlicher geworden waren und nichtentfliehen konnten, auf ihre Seite zu bringen, und verband sich »ntden Jdumäern in Jerusalem, die eine gute Klinge führten und un-erschrocken waren. Auf Verabredung überfielen plötzlich die gegen-zelotische Partei und die Jdumäer die Zeloten und Johaunisten, welchekeines Überfalles gewärtig waren und töteten viele derselben. DieÜbrigen retteten sich zuerst in den Palast der adiabeuischeu PrinzessinGrapte, wo Johannes seinen Aufenthalt hatte, und von da in denTempelvorhof. Die bentesüchtigen Jdumäer stürzten sich sogleich aufden Palast, um nach den Schätzen zu suchen, die der galiläischeZeloteuführer angeblich dort angehäuft haben sollte. Indessen erholtensich die in allen Teilen der Stadt zerstreuten Zeloten vom ersten Schrecken,griffen zu den Waffen, sammelten sich auf dem Tempelberge undrüsteten sich, ihren Gegnern den blutigen Überfall heimzuzahlen. Da-durch gerieten diese in Bestürzung, traten zur Beratung zusammenund beschlossen, Simon bar Giora herbeizurufen und ihn mit seinenLeuten gegen die Zeloten zu Hetzen. Der abgesetzte HohepriesterMatthia begab sich zu ihm, lud ihn ein und führte damit die Zwie-tracht in die Mauern Jerusalems ein. Bar Giora soll ihm hoch-mütig begegnet sein und ihm zu verstehen gegeben haben, daß, wenn erals Erretter der Jerusalemer einziehe, er auch ihr Herr sein wolle.
Mit seinem Einzüge (Nisan — April 68)^) begann der Bürger-krieg in seiner entsetzlichsten Gestalt. Bar Giora eilte mit seiner
*) Josephus hat in seiner parteiischen Darstellung die Veranlassung zumzweiten Bürgerkriege, der bar Gioras Einladung nach Jerusalem zur Folgehatte, geflissentlich verwischt. Seine Schilderung von den Mordtaten, Räubereienund Ausschweifungen der Johannisten das. 9, 10 ist mindestens übertrieben, wennnicht ganz unwahr. Johannes, der stahlharte Patriot, wird schwerlich seine Leutehaben verweichlichen lassen. An einer Stelle verrät er die Veranlassung zumBürgerkriege. Die d. h. Personen aus dem Geschlechtsadel, kamen da-
rauf, bar Giora einzuladen, und Matthia hat ihn eingeladen (0, 11). An einerandern Stelle sV. 13, 1) verrät Josephus geradezu, Matthia (hier nennt er ihnben Boäthos) habe das Volk überredet, Simon bar Giora herbeizurusen. Die Hetzegegen die Zeloten und Johannes ging also von ihm und den Hohenpriestern aus.Die Adelspartei wollte damit einen ooup ck'etat für die Reaktion vollführen.
2) Josephus das. 0, 3 fg. erzählt bar Gioras Streifzüge und Einzug inJerusalem nach Titus' Rückkehr von Korinth nach Cäsarea, also im Jahre 69.