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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Dolesos, stand. Diese Partei schickte heimlich eine Gesandtschaft anBespasian und flehte ihn um baldiges Einrücken in die aufrührerischeStadt an. Ehe es die jaserensischen Zeloten gewahrten, standen dieRömer vor den Toren. Es blieb ihnen nur noch so viel Zeit übrig,um Rache an den Römlingen zu nehmen und zu fliehen. Vespasianzog ohne Kampf in Jaser ein (4. Adar, März 68). Die römisch-gesinnten Judäer zerstörten selbst die Festungswerke, um damit denBeweis ihrer Friedensliebe zu geben. Die flüchtigen Zeloten wurdendarauf von Placidus verfolgt und retteten sich nach dem etwa dreiMeilen westlich von Jaser gelegenen befestigten Städtchen Beth-Nimrin. Die Bewohner desselben machten mit ihnen gemeinschaft-liche Sache, warfen sich den anrückenden Römern entgegen, konntenaber nicht standhalteu. Beth-Nimrin wurde genommen und ver-brannt, die wehrlosen Bewohner erschlagen und der Rest der Kämpferzu neuer Flucht gezwungen. Die meisten von ihnen kamen im Treffengegen die Römer oder im Jordan um, in dessen angeschwollene Strö-mung der Feind sie getrieben hatte. Über 2000 gerieten in Gefangen-schaft, 15,000 fielen durch das Schwert, und unzählige Leichen führteder Jordan ins rote Meer. Placidus besiegte auch die Zeloten inAbilaZ, Livias und Besimoth (Lst-llssolümot), welche ebenfallseine kriegerische Haltung angenommen hatten. Er verfolgte dann mitseinen Truppen, die er zu rascherer Bewegung in Kähnen auf demtoten Meere übersetzen ließ, die Flüchtlinge, welche in dem steilen undzerrissenen Ufer dieses Sees eine Zuflucht gesucht hatten. Nur diefeste Bergstadt Machärus konnten die Römer nicht nehmen.

Inzwischen hatte Vespasian selbst andere Gebietsteile Judäasunterworfen. Die Nachricht, daß die gallischen und spanischen Legionenden schandbaren Kaiser Nero verleugnet und Galba zum Nachfolgerausgerufen hatten (April 68), stachelte Vespasians zaudernde Kriegs-führung zu rascher Tat, weil er mit Judäa fertig sein wollte, um inder voraussichtlich sturmbewegten neuen Lage der Dinge eine Rollespielen zu können^). Aber noch immer wagte er sich nicht an Jeru-salem heran, sondern umzog es von Ferne westlich und südlich. Leichtwar die Arbeit, mit so vielen Legionen und Hilfstruppen die kleine»Städte von Antipatris bis Betlehem zu unterwerfen und die Wider-

*) Jüd. Kr. IV, 7, 6. Dieses Abila ist verschieden von dem nördlichen,westlich von Edre'i gelegenen, das auch einer Landschaft den Namen Abile ne ge-geben hat. Es lag vielmehr im Süden unweit Livias (jüd. Kr. II. 13, 2, woJosephus ebenfalls den Lapsus 'looll»? statt Livias hat) und ist vielleichtidentisch mit --'i-r-.-, bon (Vgl. hierzu Buhl a. a. O. S. 264 f).

-) Das. 8, l.