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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Schreckensherrschaft in Jerusalem.

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Simon ben Gamaliel geworden ist, bleibt dunkel. Er wurde wahr-scheinlich seines Amtes entsetzt, weil er zur aristokratischen Partei ge-rechnet wurde, und weil er sich mißbilligend über die Wahl des demo-kratischen Hohenpriesters ausgesprochen hatte so. S. 511). Er wurdesicherlich nicht von den Zeloten zum Tode verurteilt,- sonst hätte derAnklagen gegen sie häufende Geschichtsschreiber Josephus diese Blut-schuld nicht verschwiegen. Eine unverbürgte Sage läßt ihn von Ves-pasian hinrichten. Simon ben Gamaliel scheint noch vor VespasiansEintreffen vor Jerusalem den Tod gefunden zu haben. ZwölftausendJerusalemer sollen durch die Hand der Zeloten und der Jdumäer um-gekommen sein. Allein die Zahl ist wohl, da sie von dem Zeloten-feinde Josephus berichtet wird, geflissentlich übertrieben. Es liegt einBeweis vor, daß die Zeloten nicht ohne formelle Anklage vor einemTribunal gegen die Verdächtigen verfuhren. Ein angesehener Bürger,Zacharia ben Baruch, war im Verdacht, eine Verschwörung ange-zettelt und Boten an Vespasian mit dem Versprechen, ihm die Stadtzu überliefern, abgesandt zu haben. Darauf ließen ihn die Zelotenvon dem Synhedrion von siebzig Mitgliedern im Tempel zum Verhörvorladen. Der Angeklagte leugnete die Tatsache und machte denRevolntionsmännern bei dieser Gelegenheit bittere Vorwürfe. DasTribunal sprach ihn aus Mangel an Beweisen von der Anklage frei.Zwei fanatische Zeloten verfolgten ihn aber und machten ihn im Tempelnieder. Und die Glieder des Gerichtshofes sollen darauf mit Spottauseinander gejagt worden sein ^).

Den Zeloten waren aber die Jdumäer eben so unangenehm wiedie Gemäßigten; jene gaben sich daher Mühe, sie durch freundlicheWorte zu überreden, die Stadt zu verlassen. Viele von ihnen zogen.darauf ab. Die zurückgebliebenen Jdumäer schlossen sich aber mehran die Bürger als an die Zeloten an"). Die Letztern fuhren fortmit Schrecken zu regieren. Alle diejenigen, welche die Waffen gegen

worden sei. Allein dazu brauchte man nicht die große Zahl von 70. Esscheint vielmehr, daß Vieser Prozeß dem bereits früher erwählten demokratischenSynhedrion zur Beurteilung vorgelegt wurde.

Das. 5, 21. Matthäus 23, 35 wird fvielleicht?) darauf angespielt.

2, Das. 5, 5; 6, I. Daß nicht sämtliche Jdumäer Jerusalem verlassenhaben, folgt aus IV, 9, ll. Josephus berichtet die inneren Vorfälle mit soviel Verworrenheit, daß man daraus erkennt, daß er keine richtige Kunde da-von gehabt hat. Nicht ein einziges Datum weiß er anzugebeu, während erdoch die Züge der Römer nach Monat und Tag g enau bestimmt. Nur Gräuel-szenen zu schildern, ist er unerschöpflich, wie sie teils die Überläufer über-treibend dargestellt haben, teils sein Haß gegen seine Gegner ausgemalt hatVergl. w. u.