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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

zugeschickt werden; Vespasian stand aber davon ab. Josephns mußtezwar eine Fessel tragen und wurde unter Wache gestellt; aber daswar nur ein Schein. Denn Vespasian gestattete ihm, sich aus dengefangenen Jungfrauen eine Ehefrau auszusuchen und ein Prachtgewandzu tragen, beschenkte ihn reichlich, behielt ihn bei sich und gab ihnseinem Sohne Titus zum beständigen Begleiter. Die Ausnahme, diezu Josephus' Gunsten gemacht wurde, wirft kein günstiges Licht aufihn. Mit einer alle Grenzen überschreitenden Ruhmredigkeit erzählteer von sich, er habe die Begnadigung dem Umstande zu verdanken ge-habt, daß er im voraus Vespasian prophezeit habe, er werde NerosNachfolger und Herr des römischen Reiches werden. Er will sogarim voraus verkündet haben, die Belagerung von Jotapata werde sound so lange dauern, und er selbst werde unter allen Kriegern amLeben bleiben *). Das letztere war nicht schwer zu prophezeien.

Nach der Zerstörung von Japha und Jotapata kam die Reihean die Seestadt Joppe. Hier hatte sich eine Menge zelotischerFlüchtlinge gesammelt, welche die von Cestius zerstörte Stadt wiederaufzubaueu begannen und Schiffe bestiegen, um die Zufuhr nach Cäsareavon Ägypten aus aufzufaugen. Vespasian, der in Cäsarea weilte,sandte Truppen zur Bekämpfung derselben. Diese nahmen die Stadtnachts ein, und die Judäer mußten sich auf ihre Schiffe retten. Daerhob sich ein wütender Sturm auf dem Meere, das sich mit denRömern verschworen zu haben schien, zerstreute die Fahrzeuge, schleu-derte sie an die mächtigen aus dem Meere emporragenden Felsblöckeund in die Strudel und vollendete den Untergang der judäischenPatrioten. Ohne Aussicht, in irgend einen der von den Römern be-setzten Häfen einlaufen zu können, kamen viele durch Strandung um,andere töteten sich selbst2). Nicht lange darauf kam auch Liberiasin die Gewalt der Römer, da seine Einwohner, durch die stetenReibungen mit Josephus entmutigt, keinen Widerstand leistetenund die Tore öffneten^). Die Zeloten mit Josua ben Saphatan der Spitze warfen sich nach dem benachbarten Tarichea undkämpften tapfer gegen die Römer von der Mauer und auf Fahr-zeugen von der See aus. Aber es brach eine Spaltung im Inner»aus, und diese begünstigte die Eroberung. Die Patrioten büßten mitdem Leben. Die Gefangenen, über zehntausend, wurden nach Tiberiasgeführt und ihnen anfangs die Hoffnung auf das Leben gelassen.Sechstausend der kräftigsten Jünglinge, die während des galiläischenKrieges in Gefangenschaft geraten waren, wurden Nero nach Griechen-

1) Über Jotapata Jüd. Krieg HI, 8, 89; IV, tO, 7; Vita 75.

2) Das. j. Kr. 9, 23.. Das. 9, 78; vergl. Vita 65.