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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Josephus in scheinbarer Gefangenschaft. 499

sanimlung Nachricht erhalten hatte, sah darin eine Gefahr für denFortschritt der römischen Waffen nnd sandte zur Bekämpfung derSamaritaner Cerealis, den Tribunen der fünften Legion, mit 3000Fußtruppen nnd 600 Reitern. Dieser belagerte zuerst den Berg undschnitt ihm jede Zufuhr ab. Dadurch trat für die belagerten Sama-ritaner ebenso wie für die Jotapatenser Wassermangel und brennenderDurst ein, wodurch nicht wenige verschmachteten. Aber nur die Feigengingen zu den Römern über; die meisten dagegen, 11600, trotztendem Durste, widerstanden der Verlockung der Rönier, welche ihnenAmnestie znsicherten, und wurden auf Befehl Cerealis', der die Ver-schmachteten ans der Bergspitze angreifen ließ, sämtlich hingeschlachtet(27. Sivan, Mai-Juni ü-

Josephus war vor der Belagerung Jotapatas in die Stadt ge-kommen und hatte anfangs den Widerstand geleitet. Als er aber dieErfolglosigkeit desselben einsah, wollte er die Stadt verlassen. DieEinwohner hinderten ihn jedoch daran. Bei der Überrumpelung derFestung verbarg er sich in einer Zisterne, die mit einer Höhle in Ver-bindung stand, wo er vierzig Krieger antraf, die hier gleich ihmaugenblickliche Zuflucht gefunden hatten. Ihr Aufenthalt wurde indessenverraten, und die Römer forderten Josephus ans, sich zu ergeben.Dieser überwand jedes Bedenken nnd war bereit, zu einem FreundeNikanor, der ihm im Namen des römischen Feldherrn das Lebenzugesichert hatte, hinanfzusteigen, als seine Leidensgefährten die Schwertergegen seine Brust kreuzte» und ihn mit dem Tode bedrohten, wenner darauf bestände, die Judäer durch eine solche Feigheit zu entehren.Durch die Überzahl überwunden, mußte er sich in den Beschluß er-geben, daß sie allesamt sich dem Tode weihen wollten. Die Flüchtlingeschworen, diesen Beschluß anszuführen, und hielten ihren Schwur.Sie fielen je einer durch die Hand des andern. Nur Josephus, derebenfalls zu sterben geschworen hatte, brach den Toten das Wort, wieer es den Lebenden gebrochen hatte. Er war mit einem Gefährtenbis zuletzt geblieben, entwaffnete denselben durch Überredung und Ge-walt und ergab sich den Römern 2). Er war also endlich an demPlatze, wohin ihn die Sehnsucht längst gezogen hatte. Vespasian be-handelte ihn mit vieler Milde, als wenn er von vornherein keinen Feindin ihm erblickt hätte. Oder hat sich die schöne Berenice für ihn beiihrem Anbeter Titus verwendet, wie früher für Justus von Tiberias?Er sollte anfangs dem Kaiser Nero zu einem etwaigen Triumphzuge

Über Jotapata Jüd. Krieg III, 7, 32. Die samaritanischen Chronikenhaben keine Erinnerung an dieses Gemetzel erhalte».

2) Das. 8, 17.