Belagerung und Fall Jotapata's.
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geschlachtet oder als Sklaven verkauft^). Der Krieg nahm von vorn-herein den Charakter eines Rachekrieges an. Josephus aber hielt sichin dieser Zeit fern vom Kriegsschauplätze in Tiberias auf, das erdurch seine Flucht mit Schrecken erfüllte. Er dachte damals schondaran, zu den Feinden überzugehen, in der festen Überzeugung, daßihm kein Haar gekrümmt werden würde. Nur ein gewisses Scham-gefühl hielt ihn noch zurück, sogleich beim Beginne des Krieges einenso schimpflichen Schritt zu tun. Er schilderte daher dem Synhedriondie Sachlage, verlangte Verhaltungsbefehle, ob er mit dem Feindeunterhandeln oder den Krieg fortsetzen sollte, und erbat sich im letzterenFalle Verstärkung2). Galiläa, das dichter bevölkert war als Judäaund über drei Millionen Einwohner zählte, brauchte jetzt schonVerstärkung. So sehr war es durch Josephus' strafbare Verkehrt-heit geschwächt.
Von Gabara zog Vespasian nach Jotapata. Das römische Heermußte sich aber mit vielen Anstrengungen einen Weg bahnen, denndie Judäer hatten in die Engpässe und Täler Hindernisse gelegtund die Wege unzugänglich gemacht. Der Felsen, auf dem Jotapataerbaut war, war von steilen und hohen Hügeln umgeben, welche tiefeAbgründe von der Stadt trennten. Nur auf der Nordseite war einzugänglicher Abhang; diesen hatten die Jotapatenser durch eineSchanze und mehrere Türme befestigt. Auf dieser Schanze warenFelsblöcke, Wurfgeschosse, Pfeile, Schleudern und Verteidigungsmittelaller Art angehäuft, mit denen die Feinde empfangen werdensollten. Gegen diese mehr zugängliche Seite richteten die Römer ihreAngriffe, stellten sechzig Belagerungsmaschinen auf und schleuderten ohneUnterbrechung Speere, Steine und Holzstücke, mit brennbaren Stoffenversehen, in die Festung. Die Belagerten kämpften aber mit solcherErbitterung und Todesverachtung, daß sie die Römer ermüdeten.Sie schlugen wiederholentlich Sturmangriffe zurück, zerstörten häufigdie Bclagerungswerke, machten auch wohlberechuete und glücklicheAusfälle. Ein einziger judäischer Krieger Eleasar ben Sameaaus Saab, sprang von der Mauer hinab, zerschmetterte den gegendie Mauer gerichteten eisernen Widder, ergriff den Kopf desselben undkletterte wieder die Mauer hinauf. Aber von den Pfeilen der Feindegetroffen, stürzte er nieder. Zwei andere Jünglinge, zwei Brüder,Netira und Philipp aus Ruma, sprangen ebenfalls von der Mauerund griffen eine Abteilung der Römer mit solchem Feuer an, daß sie
U Jüd. Krieg III, 7, I.
2) Das. 7, 2.
Eraetz, Geschichte der Juden. III.
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