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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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492
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492 Geschichte der Juden.

einem Scharmützel zwischen Josephus' Anhang und den Tibericnsern.Die letzter» wurden besiegt; die Sieger drangen in die Stadt ein,zündeten einige Häuser an und plünderten, als wenn sie es mit einerseindlichen Bevölkerung zu tun hätten. Durch solche Mittel bliebJosephus der Liebling von Galiläa; die Abgeordneten schickte er zumHohne des Synhedrion in Fesseln nach Jerusalem*).

Durch solche Winkelzüge, bei denen Josephus den Schein desglühenden Patriotismus zu bewahren wußte, trieb er die Einwohnervon Tiberias so sehr zur Verzweiflung, daß sie dem König Agrippaauboten, sich ihm reuig zu unterwerfen. Josephus wurde da-durch in dem Netze seiner eigenen Ränke gefangen. Innerlich freuteer sich über das Erlöschen des Revolutionsbraudes und die Kundgebungversöhnlicher Stimmung für Agrippa. Aber aus Rücksicht auf dieGaliläer, die ihn nur wegen seines erheuchelten Hasses gegen denKönig auf den Schild erhoben und geschützt hatten, mußte er gegendas treulose Tiberias feindlich verfahren. Vermittelst einer Kriegslistbemächtigte er sich der angesehensten Männer dieser Stadt, auch desJustus und seines Vaters, brachte sie nach Tarichea in Gewahrsamund befahl dem Urheber des beabsichtigten Abfalles, Namens Kleitos,auf den die Tiberieuser die Schuld wälzten, sich selbst einen Arm ab-zuhauenfl. Den Verhafteten, die er befreit und zur Tafel gezogen,will Josephus seine innere Gesinnung offenbart und ihnen geratenhaben, eine günstigere Zeit zum Abfall abzuwarten und ihm Ver-trauen zu schenken^). Diese Milde ermutigte die Tiberieuser noch mehr,sich Agrippa zu ergeben. Sie schrieben zum zweiten mal an ihn undbaten ihn, Besitz von ihrer Stadt zu nehmen. Selbst Justus vonTiberias, der Hauptanstifter der galiläischen Revolution, ging zuAgrippa über, weil ihm Josephus den Tod geschworen hatte. Erbesaß nicht die, alle Hindernisse überwindende Ausdauer und Todes-verachtung des .Johannes von Gischala. Bei der Nachricht vonTiberias' beabsichtigtem Abfalle von der Revolution geriet Josephus inVerlegenheit. Die Galiläer, die er betört hatte, drangen in ihn, siegegen die treulose Stadt zu führen; Josephus war dieser Abfall zwarnach Wunsch, er durfte das aber nicht merken lassen. Doch wußte erdurch Überredungskünste den Zorn der Menge zu beschwichtigen und denköniglich Gesinnten heimlich gute Dienste zu leisten. Den VermittlerCrispus, den Agrippa mit Briefen an die Tiberieuser abgeordnet, undden Josephus gefangen und eingekerkert hatte, ließ er heimlich zum

fl Vita 61-63. fl Das. 3234; jüd. Kr. II, 21, 8Iv.

fl Vita 3536. Vergl. o. S. 485 Anmerkung.