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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

treter der Nation schenkten, befriedigt fühlen und seine Ehre dareinsetzen müssen, es zu verdienen. Er hätte seine persönlichen Über-zeugungen fahren lassen und nur im Sinne seiner Vollmachtgeberhandeln müssen. Er war aber nicht ehrgeizig, sondern nur eitel.

In der ersten Zeit, als Josephus den Schauplatz seiner Wirksam-keit betreten hatte, schien es, als wenn es ihm Ernst damit wäre, derRevolution in Galiläa zum endgültigen Siege zu verhelfen. Er ließeine Art Synhedrion aus siebzig angesehenen Männern zusammen-treten, nach dem Muster des hohen Rates in Jerusalem Z, vielleichtum mit einem solchen unabhängig von dem Jerusalemischen handelnzu können. Für die peinliche Gerichtsbarkeit stellte er über einzelneTeile Galiläas Beamte an und wählte in jeder Stadt sieben Männerfür die innere Verwaltung aus. Er hob Truppen aus, angeblich dieerstaunliche Zahl von 100,000 Kriegern, gab ihnen Waffen, übte sienach römischem Kriegsbrauch ein, lehrte sie Ordnung und Mannszuchthalten und dergleichen Äußerlichkeiten mehr, die für eine kriegerischeNation unentbehrlich, für ein freiheitsbegeistertes Volk aber minderwichtig sind. Sogar eine Reiterschar schuf er und nahm Freischaren(nahe an 5000) in Sold, denen er die Weisung gab, nur auf seinenBefehl unter die Waffen zu treten und das Plündern anfzugeben.Er umgab sich auch mit einer Leibwache von sechshundert handfestenTrabanten, die nur seinem Winke gehorchen sollten^). Eine Reihe vonStädten in Ober- und Niedergaliläa begann er zu befestigen, undließ Mundvorrat darin ansammeln ^j. Er machte also anfangs mit

der Verteidigung der Landschaft gegen die Römer Ernst. Gleich bei

seiner Ankunft in Galiläa ging Josephus, sei es ans eigenem Antriebeoder im Aufträge des Synhedrion, in seinem religiös-zelotischen Eiferso weit, die Zerstörung des Palastes in Tiberias, den Antipas erbauthatte, und der dem Könige Agrippa gehörte, zu befehlen, weil daringegen das judäische Gesetz Tierbilder angebracht waren. Er hatte zudiesem Zwecke die Angesehensten aus Tiberias nach dem nahegelegenenBeth-Maon kommen lassen und suchte die Königlichgesinnten zu über-reden, daß sie sich der Zerstörung des Palastes nicht widersetzen sollten.Während er aber »och mit Capellus und Genossen darüber unter-handelte, kam ihm Josna ben Sapphia zuvor. Mit seinen Anhängernaus dem Schiffervolke verbrannte er den Palast und verteilte die

Beute unter sie. Das war Josephus nicht recht; denn er wollte es

mit Agrippa nicht verderben. Er eilte daher nach Tiberias, um dieim Palaste gefundenen Schätze in Empfang zu nehmen und sie treuen

*) Jüd. Krieg II, 20, 5; vita 14.

*) Das. jüd. Krieg II, 20, 5. 7. 8. Das. 20, 6. Vita 37.