Josephns in Galiläa.
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kommen; auch er hoffte Nutzen für die Vergrößerung seiner Machtdaraus zu ziehe». Schritte, die er als Roms Vasall nicht tundurfte, ließ er durch Josephns tun, mit dem er eng befreundetwar ^).
Das Synhedrion gab Josephns zwei gesetzeskundige Männer mit,Joasar und Inda, die er bald vortreffliche Männer, bald bestech-liche Kreaturen nennt 2). Sie waren aber ganz unbedeutend undzogen sich bald vom Schauplatze zurück oder wurden von Josephuszur Heimkehr bewogen. Wenn er auch nur echten Ehrgeiz besessenhätte, so hätte er sich durch das größte Vertrauen, das ihm die Ver-
') Josephus' Charakter und Tätigkeit sind äußerst schwer zu beurteilen,weil die beiden Quellen, der jüdische Krieg und die Selbstbiographie (Vita),grelle Widersprüche darüber enthalten. Um doch einen Anhalt für ein einiger-maßen sicheres Urteil darüber zu haben, muß man davon ausgehen, daß er sichin der Vita schwärzer gemalt hat, als er war, und daß er aus Furcht vor Domitian,unter dessen Regierung er die Vita geschrieben hat, sich lieber als Verräter anseinem Volke gegeben hat, um als Nömerfreund zu gelten. Der GeschichtsschreiberJustus hatte ihn öffentlich angeklagt, daß er und oie Galiläer Schuld an demAbfall von den Römern gehabt hätten (Vira 65). Unter Domitian traten mehrereDelatoren gegen ihn auf, darunter sogar der Erzieher eines seiner Kinder(das. 76 Ende). Um sich gegen diese Anklagen der Römerfeindlichkeit zu ver-teidigen, verfaßte er eben die Vita und stellte seine Tätigkeit so dar, als wenner von Anfang an im Interesse der Römer gehandelt hätte. Dieser tendenziösenApologie darf man also nicht trauen. Unmöglich kann er von den ErstenJerusalems den geheimen Auftrag übernommen haben, weil Galiläa noch nichtganz von Rom abgesallen gewesen sei, in dieser Landschaft das gemeine Volk oderdie „Räuber" zu entwaffnen, wie er es darslellt (das. 7). Zu den „ErstenJerusalems" gehörten jedenfalls Simon b. Gamaliel undAnanb.Anan,und diesehaben gerade eins energische Kriegsführung in Galiläa gewünscht und Josephuswegen seiner zweideutigen Rolle absetzen wollen, wie er selbst erzählt. Unmöglichkann er ferner den von ihm in Sold genommenen „Räubern" eingeschärft undzur Bedingung gemacht haben, die Römer nicht anzugreifen, weil ervor. allem Galiläa in Frieden Habs halten wollen (das. 14). Unwahrist gewiß sein Bericht, daß er den von ihm aus den Kerkern entlassenenTiberiensern, unter denen auch sein Feind Justus gewesen, freimütig eröffnethabe: er kenne wohl die Unbesiegbarkeit der römischen Waffen, verschweige esaber aus Furcht vor den „Räubern" und habe den Tiberiensern geraten, einegelegene Zeit abzuwarten, zu den Römern überzutretsn (das. 35). Auf dieDarstellung in der Vita ist demnach nichts zu geben, wenn sie mit der Er-zählung im jüd. Krieg im Widerspruch steht. Das Nichtige wird wohl sein,daß Josephus Anfangs ebenfalls vom Taumel der Revolution ergriffen war,und dona Käs die Erhebung Galiläas übernommen hat. Er hat wohl inAgrippas Interesse gehandelt, die Römer aber nicht heimlich und verräterischunterstützt. Erst nach und nach trat seine Ernüchterung ein, und erst ganzzuletzt, als VeSpasian immer mehr Fortschritte machte, scheint er in ein geheimesEinverständnis mit dem römischen Feldherrn getreten zu sein.
2) Josephus vita 7, verglichen mit 12—13.