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Geschichte der Juden.
Nach dieser blutigen Episode, die der Vorbote ähnlicher Vorgängewar, schritten die Zeloten unter Eleasar zur Belagerung der römischenTruppen. Der Hauptmann Metilius wurde am Ende doch gezwungen,um Gnade zu flehen. Die judäischen Abgeordneten, die mit ihm unter-handelten, Goriou ben Nikomed (oder Nikodem), Anania ben Zad-duk und Juda ben Jonathan, versprachen den Römern freien Ab-zug ohne Waffen und Gepäck. Sobald diese aber Schwert und Schildabgelegt hatten, fiel Eleasars Schar, von Römerhaß getrieben, übersie her und machte sie sämtlich nieder. Nur Metilius blieb verschont,weil er in der Todesangst versprochen hatte, zum Judentum über-zugehen Er blieb eine lebendige Trophäe von dem Siege derJudäer über die Römer. Welch ein Jubel muß in Jerusalem ge-herrscht haben, als die Römer verschwunden waren, deren Anblick denBewohnern so lauge zugleich Schrecken und Ingrimm eingeflößt hatte!Der Tag, an dem Jerusalem von den Römern gesäubert war (17. Elul),wurde daher unter die Zahl der Siezestage ausgenommen^). Wie edeldie Bestrebung Eleasars und seiner Partei war, beweist nichts mehrals die Mäßigung, die sie nach dem Siege beobachteten. Die Stadtwar in ihren Händen, die Gegner ihnen hilflos preisgegeben, unddoch weiß die parteiische Quelle keine Spur einer Verfolgung vonihnen zu berichten. Um das Andenken an die Römer zu tilgen,wurden die umlaufenden Münzen mit dem Namen des verhaßtenKaisers Nero beseitigt und dafür eigene Geldstücke mit althebräischerSchrift und mit dem Namen Jerusalem eingeführt. Darauf wurdeeine neue Zeitrechnung geprägt: „Das erste Jahr zur ErlösungIsraels". Es war nah am Hüttenfeste, und so wurden ans derneuen Münze Symbole dieses an Freude erinnernden Festes angebracht:auf der einen Seite der Feststrauß, der bei den Lobgesängen an diesemFeste geschwungen zu werden pflegte (Palme mit Myrthe und Weiden-zweig nebst der zitronenartigen schönen Frucht Ethrog) und auf derandern Seite das Bild einer schön gebauten Festhütte, ein Portal mitvier Säulen und andern Verzierungen^).
Bisher blieb der Aufstand auf Jerusalem beschränkt; das übrigeJudäa, wiewohl in nicht geringerer Spannung, verhielt sich währendder Vorgänge in der Hauptstadt ruhig und erwartete die Dinge, diedaraus folgen würden. Florus, der ebenfalls ruhig in Cäsarea ge-blieben war, sorgte aber dafür, daß sich die Revolution wie ein Feuer-strom mit verheerender Gewalt über das gaüze Land und über dieGrenze hinaus verbreitete. Bei der Nachricht von dem Kampfe der
Z Jüd. Kr. II, 17, 10. . °) Note 1, Nr. 25. ») Note 30.