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Geschichte der Juden.
losen Feindes fallen werde, wollte sie die Gebeine ihrer Familiedurch die Erschwerung des Zuganges schützen. Noch jetzt sind dieTrümmer des Grabmals vorhanden, aber unter dem falschen Namen„Königsgräber". Man sieht noch eine Felsenvertiefung mit mehrernunterirdischen Räumen, Hallen und Nischen und mit Spuren vonSarkophagen, Säulen und zierlichen Bildhauerwerken von Weintrauben,Blumen und Kränzen, die der zerstörenden Zeit getrotzt haben. DieseGrabtrümmer sind die beinahe zweitausendjährigen Zeugen von derAnziehungskraft, welche das Judentum auf hochgestellte Heiden aus-geübt hat. Das adjabenische Königsgeschlecht bewährte seine Anhäng-lichkeit an Jerusalem durch Bauten und Geschenke. Helene hatte einenPalast in der Unterstadt und ihre Enkelin, die Prinzessin Grapte,einen andern in dem Stadtteile Ophla bauen lassen Z. Monobaz, derebenfalls einen Palast in Jerusalem hatte"), ließ die Tempelgefäße,die am Versöhnnugstage gebraucht wurden, aus Gold anfertigen ^).Die Adiabener hielten treu zur judäischen Nation und standen ihr inder Not kräftig bei.
Dieser Zug religiösgesinnter heidnischer Gemüter nach dem Judeu--tnme, der sich in der Sage abspiegelt, daß ein äthiopischer Schatzmeistereiner Königin Kaudake (vielleicht die Königin Helene?) auf einemWagen sitzend den Propheten Jesaia vorgelesen Habens, kam dem jungenNazaräertum am meisten zu statten. Indem es sich dieser Stimmungbemächtigte und sie »och mehr steigerte, legte es den ersten Grundsteinzu seiner Weltherrschaft. Zwei Judäer aus griechisch redenden Län-dern, Saulus aus Tarsus (bekannt unter dem Namen Paulus) undJose Barnabas aus Cypern, ein Levite, haben der kleinen christ-lichen Gemeinde dadurch, daß sie geradezu darauf ausgingen, Heidenzu Proselyten zu machen, eine Ausbreitung gegeben, welche dasNazaräertum aus der Beschränktheit einer judäischen Sekte Zu einereigenen Religionsform erhob, aber eben dadurch auch seinen ursprüng-lichen Charakter veränderte. In dem kurzen Jahrzehnt seit dem Todedes Stifters hatte die geringzählige Gemeinde einen Zuwachs vonAnhängern aus zwei Kreisen erhalten, von Essäern und Judäernaus griechischen Ländern. Die erstereu, die bis dahin ins Blauehinein geschwärmt und durch eins Wunder das Himmelreich erwartethatten, mögen in Jesus die Verwirklichung ihrer Träume erblickthaben. Sobald diese Mystiker sich mit dem Gedanken eines leidendenMessias vertraut gemacht hatten und glaubten, daß dieser, anstatt als
Josephus jüd. Krieg V, 9, 1l; IV, 6, I; VI, K, 3.
"1 Das. V, 8, t. 2 ) gging, in, ig.
y Apostelgeschichte 8, 27—30.