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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

liehe Ehepaar nach macedonischer Unsitte zugleich Geschwister waren*).Dieser kleine aber nicht nninächtige Staat, obgleich von den großenReichen Rom und Parthien berührt, wußte seine Selbständigkeit zubehaupten und hat sich mehrere Jahrhunderte erhalten. Unter denKindern, die Monabaz mit dem Beinamen Bazaios, teils vonHelenen, teils von anderen Frauen hatte, war Jzates (geb. um 1,st. um 55), obwohl jünger als seine Brüder, der Lieblingssohn derEltern. Um nicht wegen dieser Bevorzugung dem Neide der älterenBrüder von andern Müttern znm Opfer zu fallen, schickte ihn Monabazan den Hof eines befreundeten Königs, der die Gegend inne hatte,wo die beiden Arme des Tigris (Pasitigris) zusammenfließen bis zuihrer Mündung in den Persischen Meerbusen. Dieses Gebiet führteden Namen Mesene (Mittelland) oder auch Charakene^) von derHauptstadt Charax-Spasinn, welche der erste König derselbe»Hyaspasinos zuerst erbaut hatte, und die mit der Zeit Mittelpunktdes Welthandels geworden war. Einer der Nachfolger desselben, mitNamen Abinerglos (Abennerig), fand soviel Wohlgefallen an demihm anvertrauten jungen Prinzen Jzates, daß er ihm seine Tochterzur Frau gab. An dem Hofe dieses Königs pflegte ein judäischerKaufmann mit Namen Anania zu verkehren, der den Prinzessinnennächst seiner Ware auch das Judentum empfahl und sie dafür gewann.Jzates, dessen Frau Samach ebenfalls zu den Bekehrten gehörte,wurde auf Anania aufmerksam gemacht, ließ sich mit ihm in Unter-redungen ein und faßte eine solche Anhänglichkeit an das Judentum, daßer sich dazu bekannte (um 18), und an den Mann, der es ihm ge-predigt, daß er ihn an sich zu fesseln beschloß. Auch noch andereHeiden in Mesene teils eingeborene und teils ans der Stadt Palmyra,welche der schwunghafte Handelsverkehr in diesem Lande herangezogenhatte, bekannten sich zum Judentum. Auch Jzates' Mutter, die KöniginHelene, war, ohne daß der Sohn es wußte, von einem andern jndäi-schen Heidenbekehrer für das Judentum gewonnen worden. WelchenUefsittlichen Eindruck das Judentum auf die königlichen Neubekehrtengemacht hatte, zeigte sich bei dem nächsten Thronwechsel. Der sterbendeMonobaz hatte seinen Lieblingssohn Jzates mit Übergehung der älterenSöhne znm Nachfolger bestimmt. Als Helene den letzten Willen ihresGatten den adiabenischen Großen verkündete, rieten diese zu einer Un-tat, die an den parthischen und asiatischen Höfen oft genug vorge-kommen ist. Zur Sicherheit des Staates, damit die Brüder des Jzates

*) Josephus Altert. XX, 2, 1. Über das Chronologische vergl. Note 23.

2) Über Charakene oder Mesene, ihre Könige und ihre Bedeutung vergl.Ersetz, das Königreich Mesene.