Ter judäische Hellenismus.
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unvergängliche Licht des Gesetzes Z. In Allem hat Gott sein Volkerhoben nnd verherrlicht; er verwarf es nicht, sondern stand ihm zujeder Zeit und an jedem Orte treu bei ^). Wie der babylonischeJesaia^) stellte der alexandrinisch-judäische Weise Israel als Ideal dar,das eine hohe Sendung zu vollbringen habe nnd künftig in Herrlich-keit prangen werde.
In diesem Gedankenkreise bewegt sich das Buch der Weisheit, umdie Lichtseite» des Judentums nud die Schattenseiten des Heidentumshervorzukehreu. Es enthält keine philosophische Auffassung des Juden-tums, aber es nimmt einen Anlauf dazu nnd ersetzt die strenge Ge-dankengliedernng durch eine reiche Bilderpracht. Es beschließt seineAuseinandersetzung mit den Worten: „In allem hast du, o Herr, deinVolk groß und herrlich gemacht und in keiner Zeit und an keinem Ortees verachtet"^).
Während die griechisch redenden Jndäer sich in das griechischeSchrifttum und in die griechisch-philosophische Anschauungsweise ver-tieften nnd den Wohllaut der hellenischen Zunge als Waffe gegen denheidnischen Kultus nnd heidnische Unsitten gebrauchten, wurden sie überdas Ziel Hinausgetrieben, das sie sich gesteckt hatten. Sie warenvon dem Punkte ausgegangen, das Judentum, sein Alter und seinWesen gebildeten Griechen annehmlich zu machen; aber unter der Handging es ihnen selbst'verloren. Ihre Denkweise war von griechischenVorstellungen so sehr angefllllt, daß sie zuletzt in den Lehren desJudentums nichts anderes als die gangbaren Gedanken der griechischenWeltanschauung erblickten. Aber die ererbte Lehre war ihrem Herzenso teuer, daß sie sich in eine Selbsttäuschung hineinklügelten. Wennsie von Bewunderung für die philosophischen Gedanken der griechischenDenker hingerissen waren, so bildeten sie sich ein, dieselben seien nichtgriechisches Ureigentum, sondern dem Judentum entlehnt, da dieses vielälter sejö). In dieser Befangenheit schwärmten sie jedoch nur äußerlich
Buch der Weisheit 18, 4. °) Das. 19, o 2. ») B. II b, S. 61 fg.
Z Das. 19, 22.
5) Philo sagt eigentlich nirgends direkt, wie Aristobul oder Pseudo-Aristobul, daß die griechischen Philosophen ei» Plagiat an Mose begangenhätten. Nur einmal bemerkt er, daß sich zwar Heraklit gerühmt habe, denGedanken von den Gegensätzen in der Erscheinungswelt gefunden zu haben, essei aber eine alte Entdeckung Moses (gum rsrnin äivv. bei., Z 43, 41. I, 563):
An einer andern Stelle (äs.jnckios H 2,41. ^1. 345) bemerkt er, daß einige griechischeGesetzgeber von Moses heiligen Tafeln das Gesetz entlehnt hätten, nicht vom Hören-sagen Zeugnis abzulegeu: üro x«l rlUv evroi. ztki-tr-
ex . . 4/üNN.ix ori/lvlr . . . ,,axorsv. Nur Nt den(Znaestionss wird nachdrücklich hervorgehoben, daß Heraklit von Mose dieEraetz, Geschichte der Juden. III. 25