Zehntes Lapitet.
Zustände und Wandlungen, Gesetz und Sitte, Kunst undLiteratur.
Anbau und Fruchtbarkeit des Landes. Handelsstraßen. Münzwesen. Zeitein-theilung. Bevölkerungsklasscn, die Eingebornen, die Halbsklavcn und dieFremdlinge; die Königin von Saba. Das israelitische Recht der Gleichheit,die Asylstädte, die Gerichtsbarkeit. Gesetze der Milde und der Keuschheit.Die Ehe. Stellung der Frauen. Entwickelung der Musik und der Dichtkunst.Räthsclpoesie, nationale Poesie. Entwickelung der Prosa. Die zwei Flug-schriften. Salomo's letzte Jahre. Jerobeam's Empörung. Salomo's Tod.
Nicht Alles ist unter dem Monde dem Wechsel unterworfen,nur die Lebewesen; die träge Masse dagegen, der Felsen,, der mitdem Erdenleib innig verwachsen ist, die starren Eisflächen undEisberge, welche die Polarsäume der Erde bilden, wenn sie nichtdurch einen Stoß von außen erschüttert werden, verharren in derEwigkeit der Jahrtausende in denselben Zuständen. Aber auchunter den Lebewesen verwandeln sich nur die höherbegabten ammeisten und verwandeln sich der Art, daß sür den oberflächlichen Blickdie Züge des Ursprungs in dem ausgebildeten Gepräge des Ausge-wachsenen nicht mehr erkennbar sind, so bei einzelnen Menschen, so beimenschlichen Gemeinwesen und Völkern. Dieses Gesetz der Veränderunggestattet daher einen Rückschluß. Wo sich eine durchgreifende Wand-lung und Entwicklung bei Völkern zeigt, müssen diese auch höherbegabt und reicher ausgestattet gewesen sein, als jene, welche ihrenuralten ursprünglichen Zustand nur wenig verändert, nach Jahr-hunderten und Jahrtausenden, wenn sie es überhaupt so weit gebracht,dieselben Züge wie in ihren Anfängen gezeigt haben. Veränderung undFormwechsel eines Volkes, wenn sie dessen Bestand und Leben unan-getastet lassen, beurkunden daher nur noch mehr dessen Kcrnhaftigkeit