Die Pest und die Verschwörung.
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Seuche in Jerusalem erlösche». Ohne zu zögern, begab sich Davidmit seiner ganzen Dienerschaft dahin. Als ihn das Oberhauptder Jebusiter Arna (Arnan, Arawna) von ferne kommen sah,eilte er ihm entgegen, begrüßte ihn unterthänig und fragte nachdessen Begehr. David gab ihm darauf zu erkennen, daß er denHügel käuflich an sich bringen wolle, um darauf einen Altar zubauen. Zuvorkommend wollte Arna ihm den Platz und Alles, wasdabei war, zum Geschenk machen, David lehnte es aber ab.Sobald ein Altar in Eile errichtet und ein Opfer gebracht war,hörte die Pest in Jerusalem auf. Der Hügel Morija galt seitdemals gefeiter Ort, dem das Verderben nicht nahe kommen könneund auf dem auch Abraham seinen Sohn Isaak zum Opfer habebringen wollen fl.
Wenn Joab von der Volkszählung so dringend abgerathen hat,so muß ein Anderer aus David's Umgebung ihm nachdrücklich dazugerathen haben, einer, dessen Wort im Rathe wie ein Gottes-ausspruch den Ausschlag zu geben pflegte. Achitophel, dessen Haßgegen den Schänder seiner Enkelin Bathseba mit den Jahrenimmer mehr zugenommen zu haben scheint, muß diesen verderblichenRath crtheilt haben, weil er voraussah, daß dadurch im ganzenVolke große Unzufriedenheit erregt und sein Plan, den König zuverderben, gefördert werden würde. In Folge der Pest zeigte sichallerdings eine Abneigung des Volkes gegen David, mehr noch, alsder böse Rathgeber beabsichtigt hatte. Es bürdete ihm die Schuldder vielen Tausend auf, welche der „Engel der Verderbniß" sorasch hingerafft hatte. Diese Abneigung nutzte Achitophel aus, umRache an David zu nehmen und gebrauchte Absalom dazu alsWerkzeug. Er verabredete mit ihm einen Plan der Verschwörung,der nicht fehlen konnte2).
Heimlich schickte Absalom Boten überall hin, um den Anhängern,die ihm bereits zugethan waren, ein Zeichen zu geben: sobald sieden Schalllärm des Hornes vernehmen würden, so werde er inHebron als König anerkannt und ausgerufen sein. In Hebron,dem Vororte des Stammes Juda, sollte die Verschwörung und die
Chronik II, 3, 1. Genesis 22, 2. 14.
2) Vergl. oben S. 270 Anmerk., daß Absalom's Empörung mit Jthäis An-kunft in Jerusalem und der Volkszählung chronologisch coincidirt.
Graetz, Geschichte der Juden. I. 18