zelner oder Stammesgruppen gegen einander an und sprach mitparteilosem Urtheil das Recht'). Sein Thron war nicht nur derHochsitz zur Ausübung von Herrschaft und Gewalt, sondern auchfür Handhabung von Gerechtigkeit und Billigkeit. David galt fürdie ganze Folgezeit als idealer König, dessen Thron die Stütze desRechts und dessen Scepter das Richtmaß für den inneren Friedengewesen sei. Die Stadt Jerusalem wurde durch ihn zu einer idealenStadt erhoben, in welcher die reine Gottesverehrung und die er-habene Gerechtigkeit ihre Stätte auf Erden gefunden hatten. Einspäter lebender Psalmist sang von ihr:
„Jerusalem ist erbaut wie eine Stadt,
„In welcher allesammt Verbrüderung herrscht.
„Dorthin wallen die Stämme,
„Die Stämme Gottes,
„Als Versammlungsstättc für Israel,
„Um den Namen Gottes zu Preisen.
„Dort standen Throne für das Recht,
„Throne des Hauses David"2).
Jerusalem galt als eine treue Burg, voll des Rechtes, inwelcher die Gerechtigkeit weilte^). Wegen aller dieser Vorgänge,der Loslösung von der philistäischen Botmäßigkeit, der eingetretenenSicherheit und der Handhabung der Gerechtigkeit wurde David,wie in seiner Jugend, wieder der Liebling des Volkes. Die treueAnhänglichkeit stellte sich von selbst ein, er brauchte sie nicht zuerzwingen ch. Die innere Ordnung des Landes wurde von Davidtheilweise geändert.' Die Stammesverfassung ist zwar unverändertgeblieben. Die Aeltesten standen den Familien vor, und dasOberhaupt der ältesten Familie war zugleich Fürst des ganzenStammes (Nosm, Ilst-Hü. Diese Fürsten vertraten die Stämmebei dem König. Aber die Stammesfreiheit oder richtiger die Willkürwurden in Bezug auf das Kriegswesen beschränkt. Jeder Stammmußte bei einem Kriegsfälle eine Anzahl kriegsfähiger Männer vomzwanzigsten Jahre an zum Heerbann ^abn) stellen. Ueber dieseAushebung war ein eigener höherer Beamter gesetzt, der Zähler
') Sam. II, 8, 15, folgt auch aus 15, 2—4.
2) Ps. 122, 3-5.
»1 Jesaia 1, 21.
-p Vcrgl. Sam. II, 20, 18 und weiter unten im folgenden Kapitel.