Saul gegen die Priester von Nob.
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schaffen; gewissermaßen bei freundlichen Nachbarn betteln lassen.Seine Stammgenossen, die Jehudäer, welche ihn noch mehr als dasübrige Volk liebten und verehrten, gewährten ihm zwar gerne vonihren: Ueberfluß, um seine Mannschaft befriedigen zu können. Aberwar er sicher, daß sich nicht ein Schelm fände, der seinen Aufent-halt an Saul verrathen würde? Er lebte daher in steter Sorge*).Saul lebte indeß in noch größerer Gemüthsaufregung. In seinemWahne glaubte er, daß David auf nichts anderes sänne, als darauf,seinen Sturz herbeizuführen, und es steigerte noch seinen Seelen-schmerz, daß sein eigener Sohn es mit seinem Feinde hielt und,wie er wähnte, sich mit ihm gegen den Vater verschworen hätte.Seine Sorge war daher einzig darauf gerichtet, David's Aufent-halt zu erfahren und ihn mit seiner ganzen Macht zu zermalmen.Er vernachlässigte dadurch die Fürsorge für sein Volk und Land, ließdie Philister wieder übermüthig werden, einzig und allein damitbeschäftigt, auf David zu fahnden. Seine Tochter Michal hatteer einem anderen Manne zum Weibe gegeben, um das Verwandt-schaftsband mit David zu zerreißen^). Aber ihn selbst konnte ernicht erreichen, so oft er auch Kundschafter aussandte, um dieSpuren seines Feindes zu verfolgen. Seine treuen Diener schalter heftig in einer öffentlichen Versammlung aus, daß sich keinervon ihnen um sein Seelenleid bekümmerte, wie sein eigener Sohnsich mit David verschworen habe, keiner sich Mühe gäbe, denAufenthalt seines Feindes zu erforschen. Beängstigt von der feind-selig drohenden Anrede des Königs, oder den Eingebungen seinesbösen Herzens folgend, verrieth Do eg, der Oberste von Saul'sLeibwache, was er von David wußte. Er war in der PriesterstadtNob zugegen gewesen, als David auf seiner Flucht dort eingetroffenwar und mit dem Hohenpriester Achimelech eine Unterredung hatte.Doeg theilte mit3), daß dieser Hohepriester David Wegezehrung unddas Schwert des Goliat übergeben und ihm einen Gottesspruchverkündet hatte. Bei dieser Nachricht gerieth Saul in wahnsinnigeWuth. Er hatte die Priesterfamilie Eli's aus dem Staube erhoben
*) Folgt aus Samuel I, 23, 3.
2) Das. 25, 44; II, 3, 14-16.
3) Psalm 52, welcher nach der Ueberschrift gegen Doeg gerichtet sein soll,ist nicht davidisch. Vers 10 setzt den Bestand des Tempels voraus.
Graetz, Geschichte der Jude». I. 14