Die Noch der Stadt Jabesch-Gilead. 179
ihn vom Tode, den sein Vater sonst unfehlbar seinem Schwuregemäß über ihn verhängt hätte.
Durch diesen Zwischenfall wurde die Verfolgung der Philistervon Ajalon westwärts eingestellt. Trauererfüllt und zähneknirschendüber die erlittene Niederlage zogen die Ueberbleibsel der philistäischenMannschaft in ihr Gebiet ein, mit dem festen Entschlüsse, die Schmacheines Tages zu rächen. Und groß war der Jubel der Israelitenüber den unerwartet erfochtenen Sieg. Der Tag von Michmas
hatte sie wieder zu Männern gereift. Die Schmach der Feigheitwar von ihnen abgewendet, sie hatten auch wieder Waffen undfühlten sich stark znm Kampfe unter einem Könige, dessen Willens-kraft sie kennen gelernt hatten. Saul kehrte zu seinem WohnorteGibea zurück, bescheiden und demüthig, wie er ausgezogen war.Er Pflügte nach wie vor den Acker seines Vaters fl. Der Stolzauf seine Würde hatte ihn noch nicht geblendet.
Inzwischen hatten die Feindseligkeiten der Ammoniter gegendie jenseitigen Stämme, welche zuerst den Wunsch angeregt hatten,das Königthum einzuführen, zugenommen. Alle EroberungenJephtah's waren wieder verloren gegangen, die Gaditen undManassiten waren nicht im Stande gewesen, sie zu behaupten.Nachasch, der König der Ammoniter, war bis über den Jabbokhinaus, den Grenzfluß zwischen dem Stamm Gab und Halbmanassevorgerückt, und belagerte die Stadt Jabesch-Gilead, welchebefestigt war. Die Einwohner konnten sich nicht lange halten undunterhandelten schon mit Nachasch über Unterwerfung. Dieser, welcherKunde von der Schwäche der diesseitigen Stämme hatte, und in Sicher-heit gewiegt war, daß von diesen keinerlei Störung seiner Eroberungen-erfolgen werde, stellte den Gileaditen in Jabesch eine harte, unmensch-liche Bedingung. Zur Schmach Jsrael's sollten sich alle Männer dasrechte Auge blenden lassen, dann wollte er sie in Gnaden als unter-worfene Bundesgenossen aufuehmen. Was sollten die Gileaditenbeginnen? Sie baten sich eine Frist von sieben Tagen aus, umBoten zu ihren Stammgenossen aussenden zu können. Wenn vondiesen keine Hilfe erfolgen sollte, so würden sie sich der grausamenBlendung des rechten Auges unterwerfen. Nachasch konnte dieseFrist gewähren, in der festen Ueberzeugung, daß die diesseitigen
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