Saul's Regierungsantritt.
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„Was wird uns dieser viel helfen!" Während alle übrigen Aelte-sten dem erwählten König der allgemeinen Sitte gemäß Huldigungs-geschenke überbrachten, ein Theil derselben, die Muthigen, ihm nachGibea folgte, um ihm bei der Unternehmung gegen die FeindeIsraels beizustehen, hielten sich die Unzufriedenen fern von ihm undversagten ihm die Anerkennung. Saul stellte sich indeß, als ob ergegen die Aeußerungen der Unzufriedenen taub wäre.
Saul's Muth muß seit seiner Wahl bedeutend gewachsen sein, oderer muß sich durch die unerwartete Erhebung so sicher von Gott ge-leitet gefühlt haben, daß er auch nur das Wagniß ins Auge fassenkonnte, dem mächtigen Feinde entgegenzutreten und das zerrütteteGemeinwesen in Ordnung zu bringen. Die Lage des Volkes
beim Antreten seiner Würde war sehr traurig und niederbeugend,fast noch schlimmer als zur Zeit der Richter. Die siegreichen Phi-lister hatten Allen ohne Ausnahme Waffen, Bogen, Pfeile, Schwer-ter abgenommen und auch keine Schmiede im Lande gelassen, welcheneue Waffen hätten anfertigen können. Um die Pflugschaaren
und andere zum Ackerbau nöthige Werkzeuge zu holen, mußten dieIsraeliten sich ins Philisterland begeben. Der neu erwählte Könighatte kein Schwert, dieses Symbol des Königthums bei allen Völ-kern und in allen Zeiten. Seine Wahl selbst ist höchst wahrscheinlichso heimlich betrieben worden, daß die Philister nichts davon merkensollten. Die philistäischen Steuervögte sogen das Mark des Landesaus und waren zugleich angewiesen, jede Regung zum Aufstandezu unterdrücken. So gedemüthigt waren die Israeliten, daß einTheil derselben mit den Philistern ziehen mußte, um ihre Brüderzu unterjochen. Sie wurden von den Feinden selbst mit Verachtungbehandelt st. Nur ein Wunder hätte Rettung bringen können. Unddieses Wunder wurde durch Saul, seinen Sohn und seine Ver-wandten bewirkt.
Sein ältester Sohn Jonathan wäre noch würdiger für dieKönigswahl gewesen, als sein Vater. Bescheiden und selbstlos fastnoch mehr als sein Vater, muthig bis zur Todesverachtung, verbander mit diesen Eigenschaften eine herzgewinnende Freundlichkeitund Milde, ein warmes treues Herz für Freundschaft; erwar eher zu weich und nachgiebig. Dieser Vorzug wäre frei-
st Samuel das. 14, 11.